New York - Deutschland, strikter Gegner eines Irak-Kriegs, könnte Diplomaten zufolge für Mitte Februar einen zusätzlichen Bericht der UNO-Waffeninspektoren anfordern, wenn Deutschland den Vorsitz des UNO-Sicherheitsrats inne hat. Das ständige Ratsmitglied Frankreich würde dies unterstützen, sagten Diplomaten am Mittwoch in New York. Zudem werde erwartet, dass Deutschland die Inspektoren zu Gesprächen nach Berlin einlade, vermutlich am 4. oder 5. Februar.

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Frankreichs Präsident Jacques Chirac hatten am Mittwoch mehr Zeit für die Waffeninspektionen im Irak gefordert. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bezeichnete die Position Deutschlands und Frankreichs in der Irak-Frage als ein "Problem". Regelmäßige Berichte

Es gebe eine gewisse Übereinstimmung im Rat, dass Blix und El Baradei nach dem 27. Jänner regelmäßig Bericht erstatten sollten, sagte ein Diplomat, der nicht namentlich zitiert werden wollte. Deutschland habe deutlich gemacht, dass es während seines Vorsitzes im Februar für einen zusätzlichen Bericht der Inspektoren offen sei. Die bestehenden Ratsresolutionen sehen erst wieder für März einen Bericht vor. "Man kann davon ausgehen, dass die Inspektoren bereits vor März Anweisungen des Rats benötigen", sagte der Diplomat weiter.

Während die meisten Ratsmitglieder mehr Zeit für Waffeninspektionen fordern, hat US-Präsident George W. Bush am Dienstag erklärt, ihm sei inzwischen klar, dass der Irak nicht abrüste. Der Irak bestreitet den Besitz von Massenvernichtungswaffen. (APA/Reuters/AFP)