Seoul - Nordkorea hat Südkorea seine Zusammenarbeit für eine friedliche Beilegung der Krise um das nordkoreanische Atomprogramm zugesagt. Ein Sprecher der südkoreanischen Delegation äußerte jedoch nach Beendigung bilateraler Ministergespräche am Freitagmorgen (Ortszeit) in Seoul sein Bedauern darüber, dass die Einigung hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Die südkoreanische Seite hatte zuvor bei den mehrtägigen Gesprächen von Nordkorea Zusagen zu konkreten Schritten zur Lösung des Konflikts verlangt.

Süd- und Nordkorea hätten vollständig ihre Ansichten über die "Nuklearfrage" ausgetauscht und sich darauf geeinigt, aktiv für eine friedliche Lösung zusammenzuarbeiten, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Südkorea sei jedoch damit gescheitert, eine Änderung der nordkoreanischen Position zu erreichen, sagte der Sprecher. Er nannte die Einigung dennoch "bedeutungsvoll".

Keine offizielle Erklärung

Es sei Südkorea nicht gelungen, den Norden zu einer öffentlichen Erklärung über den Verzicht seines Atomwaffenprogramms zu bewegen, teilte das südkoreanische Vereinigungsministerium in einer eigenen Stellungnahme mit. Auch die Appelle Seouls, Pjöngjang solle seine Entscheidung zum Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag rückgängig machen, seien vergeblich gewesen. Einem südkoreanischen Sprecher zufolge machte die nordkoreanische Seite zudem Zugeständnisse von direkten Verhandlungen mit den USA abhängig.

Es war das zweite Ministertreffen über eine Verbesserung der Beziehungen, nachdem Nordkorea nach Angaben der US-Regierung im Oktober die Existenz eines Kernwaffenprogramms zugegeben hatte. Bei der vorausgegangenen Gesprächsrunde hatte Nordkorea dem Süden ebenfalls eine Zusammenarbeit bei einer friedlichen Lösung zugesagt. Die nächste Ministerrunde soll im April in Pjöngjang stattfinden. Gespräche über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden verfeindeten Staaten sollen der gemeinsamen Erklärung zufolge vom 11. bis 14. Februar in Seoul stattfinden. (APA/dpa)