Taipeh/München - Das taiwanesische Elektronikunternehmen Sampo wird für die Übernahme der Mehrheit am angeschlagenen fränkischen Grundig-Konzern 100 Mio. Euro auf den Tisch legen. Der Einstieg solle bis März vollzogen sein, erklärte das Unternehmen am Donnerstag in einer Mitteilung an die Börse in Taiwan.

Der seit Jahren defizitäre Grundig-Konzern und Sampo hatten am 8. Jänner nach monatelangen Verhandlungen die Übernahme durch die Taiwaner besiegelt, den Kaufpreis aber zunächst geheim gehalten. Nach wie vor ist offen, wie hoch der künftige Anteil von Sampo an dem 1945 gegründeten Traditionsunternehmen sein wird. Der bisherige Haupteigner, der Rosenheimer Unternehmer Anton Kathrein, wird aber auch künftig eine Beteiligung halten.

Sampo will nach eigenen Angaben über das umfassende europäische Grundig-Vertriebsnetz von Sampo Fuß in Europa fassen und seine Produkte unter der Marke der Nürnberger etablieren. Arbeitnehmervertreter hatten deshalb mehrfach die Befürchtung geäußert, Grundig werde komplett aus Forschung und Produktion aussteigen. Sampo-Chef Ho Heng-Chung hatte aber in einem Interview erklärt, es gebe keine Pläne für einen Stellenabbau unter den aktuell noch rund 3.000 Beschäftigten.(APA/Reuters)