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Rom - Der Gemeinderat von Padua hat eine Kampagne zur "Adoption" von Prostituierten begonnen, die vom Strich Abschied nehmen und ein neues Leben beginnen wollen.

Der Gemeinderat sucht Familien, die bereit sind, die Mädchen aufzunehmen und sie auf ihrem Weg zur neuen Integration in die Gesellschaft zu unterstützen.

"Adoptieren Sie ein Glühwürmchen"

"Adoptieren Sie ein Glühwürmchen", lautet das Motto der Kampagne. "Lucciole" (Glühwürmchen) werden in Italien die rund 70.000 "leichten Mädchen" genannt, die von Mailand bis Palermo allabendlich an den Straßen stehen. Viele von ihnen kommen aus Osteuropa und Afrika, 40 Prozent sind Minderjährige.

"Natürlich ist diese Initiative ein Tropfen im Meer, doch es ist wichtig die Mädchen zu unterstützen, die ein neues Leben beginnen wollen. Wichtig ist, dass die Institutionen die Familien aktiv unterstützen, die sich dem Projekt anschließen wollen", betonte der für Sozialfragen verantwortliche Gemeinderatsmitglied von Padua, Raffaele Zanon. Zwei Menschenrechtsorganisationen bereiten die Familie auf die Aufnahme der Mädchen vor.

Höhere Strafen für Freier

In Italien mehren sich die Initiativen zur Bekämpfung der Prostitution, nachdem die Regierung in Rom die Strafen für Freier auf bis zu 4.000 Euro erhöht haben. Prostituierte, die weiterhin in der Öffentlichkeit auf Kundenfang gehen, müssen im Wiederholungsfall sogar mit bis zu 15 Tagen Haft rechnen.

1958 wurden in Italien die Bordelle verboten

In Italien verdienen die Straßenmädchen laut Schätzungen etwa 7.000 Euro im Monat. 1958 wurden in Italien die Bordelle verboten. Heute ist die Mehrheit der Italiener dafür, die Freudenhäuser wieder zu öffnen. Neun Millionen Italiener gehen laut Studien regelmäßig oder fallweise zu Prostituierten. (APA)