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Arundhati Roy am Filmfestival von Locarno 2002 als Sprecherin in der Sektion 'In Progress'

Foto: APA/EPA/KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

Santa Fe - Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy (43) hat den mit 350.000 Dollar dotierten "Preis für kulturelle Freiheit" der Lannan-Stiftung gewonnen, gab der Präsident der Familienstiftung, Patrick Lannan Jr., am Mittwoch in Santa Fe /New Mexico bekannt. "Arundhati Roy schreibt als Künstlerin und in ihrer Rolle als Weltbürgerin über jene Gesellschaften, die von den mächtigsten Ländern und Korporationen der Welt ausgenommen werden", heißt es in der Würdigung. Die offizielle Preisverleihung findet im Mai bei einer privaten Veranstaltung in New York statt.

"Power Politics"

Roy hatte 1997 mit ihrem ersten und bisher einzigen Roman "Der Gott der kleinen Dinge" internationale Beachtung gefunden. Er brachte ihr unter anderen den Booker Preis ein. In ihrem zweiten Buch, "The Cost of Living", verurteilt sie Indiens Atomwaffentests und die Vertreibung vieler der Ärmsten in ihrem Land durch Staudämme.

Ihr jüngstes Werk, "Power Politics", zieht gegen die Privatisierung von Indiens Energiewirtschaft zu Felde. In einer Reihe von Essays stellt die 43-Jährige auch die Maßnahmen der US-Regierung im Rahmen ihres Anti-Terror-Kampfes in Frage und kritisiert das Vorgehen in Afghanistan mit Blick auf die Bevölkerung in dem benachbarten Land. Roy hat wegen ihrer unverblümten Kritik an der Politik Indiens schon mehrfach vor Gericht gestanden.

Vierte Vergabe

Die Stiftung verleiht ihren Preis für kulturelle Freiheit jetzt zum vierten Mal. Gewinner der vergangenen Jahre waren 1999 der Schriftsteller und Journalist Eduardo Galeano in Uruguay. Die brasilianische Fotografin Claudia Andujar wurde in 2000 für ihre lebenslange Arbeit mit und zu Gunsten der Yanomami Indianer am Amazonas gewürdigt. Preisträger in 2001 wurde der palästinensische Dichter Mahmoud Darwish. (APA/dpa)