Der norwegische Telekom-Konzern Telenor erhebt vor einem Lissaboner Gericht Klage. Ziel ist die Rückabwicklung der Auflösung des portugiesischen UMTS-Lizenznehmers OniWay an dem Telenor selbst 20 Prozent hält. Wie im Dezember berichtet, hatte 52-Prozent-Eigentümer ONI, selbst wiederum einen Tochter des portugiesischen Stromkonzerns EDP (Electricidade de Portugal), beschlossen, das UMTS-Abenteuer OniWay zu beenden. Inzwischen sind die vorhandenen Werte an die verbleibenden drei Konkurrenten die derzeit GSM-Netze betreiben (TMN, Optimus, Vodafone Telecel), verkauft worden.

Gegen die Auflösung

Telenor ist, wie auch Acht-Prozent-Miteigentümer Iberdrola, gegen die Auflösung und sagt, dass es seinen Anteil an OniWay erhöht hätte, wären nur entsprechende Anfragen gekommen. "Wir ergreifen rechtliche Schritte sowohl gegen ONI als auch gegen OniWay", sagte Telenor Mobile Sprecher Dag Vangsnes, “das lag nicht in unserer Absicht, aber wir sehen keinen anderen Weg." Das angerufene Handelsgericht soll den Verkauf stoppen und die Entscheidung rückgängig machen. "Sowohl Telenor als auch Iberdrola wurde der Einblick in wichtige Dokumente rechtswidrig verwehrt. Auch zu den Verhandlungen mit den anderen Netzbetreibern wurden wir nicht eingeladen, obwohl wir ein Recht darauf hatten. Wir werden unser Recht vor Gericht erkämpfen", so Vangsnes.

484 Millionen Euro investiert

Oniway hatte bereits 484 Mio. Euro in ein UMTS-Netz investiert und wollte der erste Anbieter am portugiesischen Markt sein. Ursprünglich war für das erste Halbjahr 2002 der Start eines GPRS-Dienstes geplant gewesen, der aber nicht erfolgt ist. Zum Jahreswechsel hätte der UMTS-Dienst starten sollen. 72 Prozent der stimmberechtigten Eigentümer hatten für die Auflösung und den Verkauf der Assets an die (nunmehr ehemaligen) Konkurrenten gestimmt, nachdem ONI seine Zusage einer Kapitalspritze über 350 Mio. Dollar zurückgezogen hatte. In der Folge ist die UMTS-Lizenz von der zuständigen portugiesischen Behörde für verfallen erklärt worden, die Frequenznutzungsrechte sollen auf die verbleibenden drei UMTS-Netzbetreiber aufgeteilt werden. Die OniWay-Aktien soll Vodafone Telecel übernehmen und dafür einen Teil der potenziell aus dem OniWay-Verlust (allein heuer über 200 Mio. Euro) lukrierten Steuerersparnisse an die bisherigen Eigentümer überweisen. (pte)