Die Generalversammlung des Verbandes der Auslandspresse in Wien hat beschlossen, die als "Brüskierung" und "grobe Beleidigung" empfundene "Presseförderung" von Regierungsseite in Höhe von 1.137 Euro abzulehnen, die einem Fünfundzwanzigstel der dem "Presseclub Concordia" zugesprochenen Summe (28.431 Euro) entspricht. Die Kürzung stehe in "krassem Widerspruch zur Haltung früherer österreichischer Regierungen, die bei wiederholten Anlässen die Tätigkeit der Auslandspresse als wichtig und positiv für die Republik bezeichnet haben", stellte die 57. Generalversammlung in einer am Mittwochabend einstimmig verabschiedeten Resolution fest.

Der Wiener Auslandspresseverband hat gegenwärtig 262 Mitglieder, die 310 Medien aus fünfzig Ländern vertreten. "Offensichtlich ist der zuständigen Stelle nicht gegenwärtig gewesen, dass im Verband alle wichtigen Medien vertreten sind, die nicht zuletzt auch weltweit das Bild Österreichs prägen", heißt es in der an die künftige österreichische Bundesregierung gerichteten Resolution. Mit der Auswertung der Berichte dieser Medien sei "eine ganze Sektion" im Bundeskanzleramt bzw. der Bundespressedienst beschäftigt. Gleichzeitig bedauert der Verband den im Jahr 2000 verfügten Baustopp für das geplante internationale Pressehaus in der Wiener Innenstadt.

Der langjährige Präsident des Verbandes, Dimitris Dimitrakoudis, Mitteleuropa-Korrespondent der griechischen Nachrichtenagentur ANA (Athens News Agency) wurde einstimmig wiedergewählt, ebenso George Jahn von der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) als Vizepräsident und Tzvetana Delibaltova-Tomova von der bulgarischen Nachrichtenagentur Bulgarska Telegrafna Agencija (BTA) als Generalsekretärin.

Dem neuen Verbandsvorstand gehören an: Andrea Bertolini (ADN-Kronos, Rom), Igor Belov (Golos Rossiji, Moskau), Peter Miroschnikoff (ARD, Erstes Deutsches Fernsehen), Ahmed Hamed (Palästinensische Nachrichtenagentur WAFA), Patrick Rahir (Agence France-Presse/AFP, Paris), Yue Li ("Jingji Ribao"/The Economic Daily, Peking) und Alexander Wachsmuth ("Radio 100,6", Berlin). Zu Rechnungsprüfern wurden Thomas Kreyenbühl ("Neue Zürcher Zeitung") und Zsuzsanna Kaszab (Ungarisches Fernsehen) gewählt. Die Generalversammlung gedachte auch ihres im Vorjahr verstorbenen Mitglieds Andreas Graf Razumovsky ("Frankfurter Allgemeine Zeitung"). (APA)