AOL Time Warner will seine Buchverlagssparte verkaufen, um seine Schulden von 26 Mrd. Dollar zu verringern. Dies hat die "New York Times" am Donnerstag in ihrer Onlineausgabe berichtet. Bertelsmann habe als einzige große Medienfirma Interesse an weiteren Investments im Buchverlagsbereich gezeigt, erklärte die Zeitung.

Bertelsmann kontrolliert Random House, den größten amerikanischen Buchverlag. "Random House ist weiter an Akquisitionen interessiert, die unser Geschäft weltweit wachsen lassen. In diesem Zusammenhang wäre die Buchgruppe von AOL Time Warner zum richtigen Preis für uns von Interesse", erklärte Stuart Applebaum, der Sprecher der Random-House-Sparte der "New York Times".

Zur Buchsparte des weltgrößten Medien- und Onlinekonzerns AOL Time Warner gehören die Verlage Little, Brown & Company und Warner Books. Sie bilden die fünftgrößte US-Verlagsgruppe. Die Buchsparte kommt auf einen Umsatz von rund 320 Mio. Dollar (299 Mio. Euro). Sie könnte 320 Mio. Dollar einbringen. Das Unternehmen nahm keine Stellung. AOL Time Warner habe Merrill Lynch beauftragt, Verleger und Investmentfonds im Hinblick auf eine mögliche Transaktion anzusprechen, berichtete die Zeitung.

Die vier größten US-Buchverlage sind Random House (Bertelsmann), Penguin (Pearson), HarperCollins (News Corp.) und Simon & Schuster (Viacom). Der sechstgrößte US-Buchverleger ist nach Angaben der Zeitung die Holtzbrink-Gruppe als Besitzer von Holt, St.Martins und Farrar, Strauss & Giroux.

Ein weiterer potenzieller Bieter sei die News Corp., die allerdings nur an Teilen der Sparte interessiert sein könnte. Die Zeitung nannte auch die Investmentfonds Thomas H. Lee und Bain Capital, die kürzlich den Buchverlag Houghton Mifflin für 1,28 Mrd. Dollar von der in Finanznöten befindlichen Vivendi Universal gekauft hatten. (APA/dpa)