Islamabad/Neu Delhi - Mit der gegenseitigen Ausweisung von Diplomaten sind die Beziehungen zwischen den Atommächten Indien und Pakistan auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Nach der Ausweisung von zwei Diplomaten und zwei Botschaftsangestellten aus Indien am Mittwoch reagierte Pakistan am Donnerstag ebenfalls mit vier Ausweisungen. Zuvor hatten beide Länder einander beschuldigt, Diplomaten zu schikanieren.

Verhandlungen blieben aus

Seit einem Jahr arbeiten die Botschaften ohnehin nur noch mit halber Besetzung. Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan hatten sich im vergangenen Jahr zwei Mal zur Kriegsgefahr gesteigert. Internationaler Druck verhinderte zwar einen Krieg, zu Verhandlungen über den Konflikt um das geteilte Kaschmir ist es aber noch nicht gekommen.

Wegen der jüngsten indischen Raketentests will Pakistan seine Militäranlagen besser schützen. Das beschloss die Nationale Kommandozentrale (NCA) nach Medienberichten. Die NCA hat auch die Befehlsgewalt über die pakistanischen Atomwaffen. Indien und Pakistan haben seit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir.

Die US-Botschafterin in Pakistan, Nancy Powell, ermahnte die pakistanische Regierung, sich aus dem Konflikt im indischen Teil Kaschmirs herauszuhalten. Dort kämpfen Moslemmilizen für den Anschluss der Region an Pakistan. (APA/dpa)