Die Commerzbank erwägt, ihre IT-Anwendungen und -Netzwerke im Investmentbanking an den weltgrößten Computerkonzern IBM auszugliedern. "Wir sprechen mit IBM, sind aber noch in einem sehr frühen Stadium, so dass erst in Monaten mit einem Ergebnis gerechnet werden kann", sagte ein Commerzbank-Sprecher am Donnerstag.

Keine Angaben zu Kosteneinsparungen

Welche Kosteneinsparungen Deutschlands drittgrößte börsennotierte Bank im Falle einer Neuausrichtung ihrer Information Technology (IT) erwartet, sagte der Sprecher nicht. Angesichts der Ertragsschwäche hat die Commerzbank ihren Sparkurs in den vergangenen Monaten verschärft und will die Verwaltungsaufwendungen in diesem Jahr auf unter fünf Mrd. Euro im Vergleich zu 5,85 Mrd. Euro 2001 senken.

7.000 Stellen werden gestrichen

In den nächsten Jahren sollen außerdem 7.000 Stellen im Konzern gestrichen werden, davon allein etwa 4300 bis Ende 2003. Per Ende September hatte die Commerzbank weltweit gut 37.000 Mitarbeiter beschäftigt. Allein im Investmentbanking - das in den ersten neun Monaten 2002 einen Verlust von 157 Mio. Euro verzeichnete - wird rund ein Viertel der 1.300 Mitarbeiter gekündigt, und zwar vor allem in Frankfurt und London.

IT-Vorstand Michael Paravicini hatte die Commerzbank Ende 2002 verlassen, um Chief Technology Officer bei der Schweizer Versicherungsgruppe Zurich Financial zu werden.

Bei den deutschen Banken zeichnet sich ein Trend zur Ausgliederung von Abwicklungsbereichen ab. Erst im Dezember hatte die Deutsche Bank ihre kontinentaleuropäischen Rechenzentren mit rund 900 Mitarbeitern an IBM ausgegliedert. Daraus erhofft sich der Branchenprimus in den nächsten zehn Jahren Einsparungen von einer Mrd. Euro.(APA/Reuters)