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Brüssel - Frauen sind in Europas Forschung unterrepräsentiert. Obwohl 55 Prozent aller HochschulabsolventInnen Frauen sind, liegt ihr Anteil an den ForscherInnen in den meisten Ländern nur knapp über einem Viertel. In der Industriellen Forschung stellen Frauen in zehn EU-Ländern, für die Daten vorliegen, sogar nur 15 Prozent der Beschäftigten, zeigt eine Studie im Auftrag der EU-Kommission, die EU-Forschungskommissar Philippe Busquin heute, Donnerstag in Brüssel vorgestellt hat.

Österreich Schluss"licht"

Österreich schneidet in diesem Vergleich besonders schlecht ab. In der industriellen Forschung sind nur 9,0 Prozent Frauen tätig, was der geringste Anteil der verglichenen Staaten ist. Unter den gesamten ForscherInnen im Land sind in Österreich 19 Prozent weiblich, nur in Deutschland (14 Prozent) sind es weniger.

Erklärungsbedarf

Zwar forsche die Industrie vorrangig in den Bereichen Wissenschaft, Mathematik, EDV und Technik, wo Frauen seltener studieren. Aber in Naturwissenschaften und Mathematik liege der Anteil der weiblichen HochschulabsolventInnen bei 41 Prozent, im Ingenieurwesen bei 20 Prozent, also deutlich höher als ihrem Anteil in der Forschung entspricht. Die Lage sei "besorgniserregend" sagt Busquin, denn wenn Europa seine Forschungsausgaben wie geplant von 1,9 Prozent des BIP auf 3,0 Prozent steigern wolle, dann werde ein großer Teil der Mittel in die Privatwirtschaft fließen.

Deutsche Forscherinnen im Off

Besonders springt in dem Bericht die geringe Zahl an Forscherinnen in der deutschen Industrie hervor. Ihr Anteil liegt unter zehn Prozent, während er in Frankreich etwa bei 21 Prozent liegt. Obwohl es in Deutschland fast doppelt so viele Forschungsplätze gibt wie in Frankreich, hat daher Frankreich 3.000 Forscherinnen mehr als Deutschland, vermerkt der Bericht.

Maßnahmen für Verbesserung

Der Bericht empfiehlt, noch mehr Frauen für die Natur- und Ingenieurwissenschaften zu gewinnen, um die Basis für die Auswahl von Forscherinnen zu steigern. Auch müssten die beruflichen Bedingungen in der industriellen Forschung und die Situation der Frauen besser erforscht und dokumentiert werden. Der Wiedereinstieg in das Berufsleben nach einer Pause müsse erleichtert werden. (APA)