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Belgrad, 1986, Parteitag der Kommunisten: Milosevic sollte seinen ehemaligen Mentor ein Jahr später aus der Politik drängen, weil er im Kosovo einen zu versöhnlichen Kurs steuerte

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Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic hat die Ohnmacht der Polizei zugegeben, was die Aufklärung des Schicksals des einstigen serbischen Präsidenten Ivan Stambolic angeht. "Die Ermittlungen tappen im Dunkeln", wurde Djindjic am Donnerstag von der Belgrader Tageszeitung "Blic" zitiert.

Der einstige serbische Präsident Stambolic war im August 2000 entführt worden. Von ihm fehlt seitdem jede Spur. Die Familie des verschollenen Ex-Präsidenten hatte das Kidnapping dem Regime von Slobodan Milosevic angelastet und dessen Gattin Mira Markovic direkt dafür verantwortlich erklärt. Stambolic, der einstige politische Ziehvater von Milosevic, war in dem Augenblick entführt worden, als in Belgrader Oppositionskreisen Gerüchte über seine mögliche Kandidatur für das jugoslawische Präsidentenamt kursierten. Hauptanwärter für das Amt war Milosevic.

Auch wenn die serbische Regierungskoalition bei der Machtübernahme im Jahre 2000 die Aufklärung mehrerer spektakulärer Mordfälle aus der Zeit des Regimes von Milosevic versprochen hatte, ist das bis dato nicht erfolgt. Auch die Ermordung des führenden Belgrader Publizisten Slavko Curuvija im April 1999 wurde nicht aufgeklärt. Einzelne Mordfälle würden nie aufgeklärt werden können, gab Djindjic nun zu. (APA)