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Karl Welunschek

Foto: APA/Hans Klaus Techt

Wien - Mit einem "erweiterten Theaterbegriff" geht das Rabenhof-Stadttheater unter der Intendanz von Karl Welunschek in die kommende Saison. Neue Produktionen drehen sich um "Schurkenstaaten" wie die Schweiz, Hitler als Schauspielschüler und "The dressed Chef" Kurt Palm, wie das Team um Welunschek und Thomas Gratzer am Donnerstag der Presse mitteilte. "Trotz Schwierigkeiten" bilanziert man eine Auslastung von 52 Prozent für die vergangene Saison als positiv.

Die vergangene Spielzeit sei laut Welunschek "trotz Schwierigkeiten ein wirklicher Erfolg" gewesen. In 121 Vorstellungen wurden insgesamt 15.894 Zuschauer gezählt. Die Eigenleistung des Theaters liegt damit bei 27 Prozent. "Das ist eine besonders hohe Eigenleistung für eine Experimentierbühne in ihrer im Grunde genommen ersten richtigen Spielzeit", freut sich Welunschek.

Keramisches

Die Leute kommen nicht wegen der historischen Fliesen im Foyer des Theaters, die zuletzt Gesprächsthema waren. Denn die sind bereits seit einem Jahr hinter einer Verschalung verschwunden. "Um sie vor den Raudis zu schützen, die ja hier vertreten sind. Ich hab' doch ein intimes Verhältnis zu den Fliesen.", so Welunschek.

Teilironisches

"Ironisch gemeint und doch auch nicht" ist Roman Freigaßners Kurzreihe "Schurkenstaaten" (Irak, Schweiz, Nordkorea und Vatikan). Freigaßner verrät schon jetzt einige Highlights des Irakabends (Montag, 27. Jänner): Ein Jörg Haider-Double erklärt dessen Irakreisen, ein berühmter Hussein-Imitator und Bauchtänzerinnen treten auf, und Harald Krachler, pensionierter Journalist, zeigt Dias.

Kulinarisches

Des Weiteren tischt Kurt Palm in "The dressed Chef" Kulinarisches von Joyce, Stifter, Kafka und Mozart auf - mit Publikums-Ausspeisung. Und "Österreichs berühmtester Adolf Hitler seit Adolf Hitler", Hubsi Kramar, wird (Schauspiel-)"Schüler Hitler".

Elegisches

Mit "Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben" soll es im April eine elegische Hommage an das Wiener Theater geben. "Mauschelei und Intrige ist Teil des Theaters", weiß Welunschek, "das wird sich dann wohl auch in diesem Abend finden." Früh dran ist man mit dem Vorgriff auf das Werner Schwab-Gedenkjahr am 10. Mai: "Nächstes Jahr ist Schwab zehn Jahre tot! - Ein Aufschrei".

Früher als gewohnt muss das Team allerdings auch in die Sommerpause gehen: "Mitte Mai ist Schluss, dann reicht das Geld nicht mehr. Ein geschlossenes Haus ist eben das billigste Haus", so Welunschek. (APA)