Frankfurt - Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wächst die Sorge über die Auswirkungen des Irak-Konflikts und den damit verbundenen Ölpreisanstieg. Dies könnte sich negativ auf die weltweiten Konjunkturperspektiven auswirken, schreibt die EZB in ihrem Jänner-Bericht. Die bereits eingetretene Erhöhung der Preise spiegle "die Gefahr von künftig stärkeren Spannungen an den Ölmärkten wider". Daher bestünden noch immer Abwärtsrisiken für die Wirtschaftsaussichten im Euro-Währungsgebiet.

Trotz zunehmender Gefahren für die Konjunktur ist eine erneute Senkung der Leitzinsen noch kein Thema für die EZB..Auch im neuen Monatsbericht wird der eingeschlagene geldpolitische Kurs als "angemessen" bezeichnet. "Infolge des Geldmengenwachstums ist im Euroraum reichlich Liquidität vorhanden." Am Bankenplatz Frankfurt wird deshalb ausgeschlossen, dass es Anfang Februar zu einer Zinssenkung kommt. Am 5. Dezember hatte die Zentralbank ihren wichtigsten Leitzins von 3,25 auf 2,75 Prozent zurückgenommen.

Die Betonung der wirtschaftlichen Risiken lässt aber auch die Interpretation zu, dass die Währungshüter offen für weitere Zinsschritte sind. Zusätzlicher Spielraum könnte dabei die Aufwertung des Euro bringen. Damit wird der Anstieg der Importpreise gedämpft. Die Volkswirte der Deka-Bank erwarten auf Grund der etwas pessimistischeren Konjunkturprognose für Euroland noch zwei Zinssenkungen bis Mai mit jeweils 0,25 Prozentpunkten auf 2,25 Prozent. Dieses Niveau dürfte die EZB demnach dann bis zum Jahresende konstant halten. (APA/dpa)