Wien - "Enttäuscht" über jüngsten Äußerungen der ÖVP in Richtung SPÖ in Sachen Koalitionsverhandlungen zeigt sich nun die Salzburger SP-Chefin Gabi Burgstaller in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe). "Ich habe die Tür zuknallen hören", wird Burgstaller zitiert. Und weiter: "Ich bin frustriert. Ich erlebe das ja zum ersten Mal, wie da in der großen Runde (ÖVP-Chef und Kanzler, Anm.) Wolfgang Schüssel auf einmal etwas ganz anderes vertritt als seine Sondierungsleute vorher."

Sie sei zudem "erstaunt, dass das jetzt heißt: Zurück an den Start. Ich war der Meinung, wir hätten bei den Zielen überwiegend Übereinstimmung erzielt, nur bei den Wegen noch nicht". Eigentlich habe sie erwartet, dass die ÖVP nun sage, "Gehen wir's an, in zwei oder drei Wochen sind wir fertig, mit der Erwartung, dass jede Seite nachgeben wird". Die Kehrtwende verstehe sie nun nicht, "mir sind das viel zu viele Rituale". Auf die Frage "männliche?", meinte Burgstaller: "Auch. Ich kann so nicht arbeiten: Rollladen runter und auf zu neuen Machtspielen."

Die Einladung der SPÖ, in Regierungsverhandlungen einzutreten, bestehe jedenfalls nach wie vor, betonte die Salzburger SP-Chefin. "Schüssel muss sie nur annehmen." (APA)