Washington - Religionsvertreter und Politiker in den USA haben in Washington die Bildung einer Allianz gegen Abtreibung angekündigt. Der Organisation "Faith2Action" ("vom Glauben zum Handeln") sollen laut Kathpress 35 Gruppierungen angehören.

Anlass dafür ist nicht nur der 30. Jahrestag der Legalisierung von Abtreibungen in den USA (vergangenen Dienstag), sondern auch die nun zehn Jahre zurückliegende Entscheidung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton, im Jänner 1993 die inzwischen rigideren Abtreibungsgesetze wieder zu lockern.

Stammzellenforschung

Ganz aktuell aber ist in den USA die Diskussion um Abtreibungen im Zusammenhang mit der Stammzellenforschung, denn zur Gewinnung der Stammzellen müssen Embryos zerstört werden. Politikexperten meinen, US-Präsident George W. Bushs entgegenkommende Haltung diesem Forschungszweig gegenüber könnte ein Stolperstein für seine mögliche Wiederwahl 2004 sein, denn die Abtreibungsgegner gewinnen in den USA zusehends wieder an Einfluss, was sich in der Statistik zeigt.

Laut "Alan Guttmacher Institute" (AGI) in New York ist nach der Legalisierung der Abtreibung in den USA 1973 die Zahl der Abbrüche rapide gestiegen, jedoch seit 1981 kontinuierlich wieder gesunken. Zuletzt lag sie laut neuesten Zahlen der Studie im Jahr 2000 bei 21,3 Abtreibungen auf 1000 Frauen zwischen 15 und 44 Jahren. Auch die Zahl der Abtreibungseinrichtungen ist demnach gefallen, zuletzt von 2042 im Jahr 1996 auf aktuell 1819. (AP, red, DER STANDARD Printausgabe 24.1.2003)