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Iain Wilson, der Kriegsgegner, der Tony Blair aus dem Konzept brachte, nachdem er aus dem Gebäude gebracht wurde: "Ich bin nichts Besonderes. Ich wollte mich nur gegen den Krieg im Irak aussprechen."

foto: apa/epa/green

London - Eine Rede von Premierminister Tony Blair in London ist am Donnerstagabend von Anti-Kriegsdemonstranten gestört worden. Etwa 200 Mitglieder der "Koalition gegen den Krieg" hatten sich vor einer Schule in Nord-London eingefunden, wo Blair eine Rede über innenpolitischen Reformen hielt. Sie riefen "Kein Krieg um Öl" und "Keinen Krieg in unserem Namen."

"We all live in a ..."

Einer der AktivistInnen, der 22-jährige Iain Wilson, kam mit einem geliehenen Parteiausweis in den Saal, in welchem Blair seine Rede über die Reformen des Bildungs- und Gesundheitssystems halten wollte. Wilson unterbrach Blair mit einer textlich abgeänderten Fassung des berühmten Beatles-Liedes "Yellow Submarine": Statt "We all live in a yellow submarine" ("Wir leben alle in einem gelben U-Boot") schmetterte der Blair-Kritiker nun "We all live in a terrorist regime" ("Wir leben alle in einem terroristischen Regime").

Wilson meinte, dass Blair über den Irak-Krieg reden sollte und nicht über den öffentlichen Dienst, und wollte seinen Standpunkt darlegen. Blair erwiderte: "Das ist eine Demokratie, und sie haben das Recht ihre Rede zu halten. Ich halte nun meine Rede, und sie können nun gehen und ihre woanders halten." Daraufhin brachten Polizisten und Parteimitglieder den jungen Mann aus dem Saal.

"Gelassen" durch den Hinterausgang

Blair gab sich nach den Zwischenfall gelassen: "Im Vergleich zum Irak ist das Tolle an unserem Land, dass Sie in einer öffentlichen Versammlung aufstehen und mit dem Premier sprechen können." Am Ende der Veranstaltung verließ Blair das Gebäude durch einen Hinterausgang.

70 Prozent gegen den Krieg

Nach jüngsten Umfragen billigen nur noch etwa 30 Prozent der Briten einen Krieg gegen den Irak. Zusammen mit den USA gilt Großbritannien als energischster Befürworter eines militärischen Vorgehens gegen Bagdad.(red/APA/dpa)