Der Einstieg eines neuen Gesellschafters beim Süddeutschen Verlag (SV) stößt nach einem Zeitungsbericht auf kartellrechtliche Probleme. Das Vorhaben habe aus "wettbewerblicher Sicht zweifelsfrei erheblichen Einfluss", zitierte die Tageszeitung "Die Welt" vom Freitag einen Sprecher des Bundeskartellamtes. Daher bestehe "Vollzugsverbot". Dies sei den beteiligten Unternehmen auch bekannt.

An der defizitären Münchner Mediengruppe will sich die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH) mit 18,75 Prozent beteiligen. Der Einstieg zum vereinbarten Kaufpreis von mehr als 100 Mio. Euro soll über eine Kapitalerhöhung erfolgen. Die Kapitalmaßnahme liegt angesichts des Vollzugverbotes der "Welt" zufolge jedoch vorerst auf Eis. Ein ehemaliger SV-Manager sagte dem Blatt, die kartellrechtlichen Probleme seien von den Beteiligten "völlig unterschätzt worden".

"Tiefenprüfung"

Der bayerisch-schwäbische Zusammenschluss, über den das SV-Flaggschiff "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte, wurde der "Welt" zufolge erst in diesen Tagen beim Bundeskartellamt angemeldet. Die Wettbewerbshüter würden nun vermutlich eine etwa viermonatige "Tiefenprüfung" ausführen. Die Liquidität sei bis zum Abschluss der Prüfung gesichert, sagte ein SV-Sprecher. Wie die in Berlin erscheinende Zeitung unter Berufung auf SV-Kreise weiter schreibt, muss sich der Süddeutsche Verlag voraussichtlich von seiner Regionalzeitungsgruppe im Dreiländereck Bayern, Thüringen und Sachsen trennen.

Der Süddeutsche Verlag hält in Österreich 49 Prozent am STANDARD, zudem gehört ihm der Wirtschaftsverlag und der Verlag Ueberreuter. (APA)