Wien - Knapp zwölf Stunden nach einem Eifersuchtsmord an einem 22-jährigen Mann in Wien-Margareten ist der Tatverdächtige beim Versuch, aus Ungarn nach Serbien auszureisen, verhaftet worden. Der 41-jährige mutmaßliche Täter soll Donnerstag früh den neuen Freund seiner Ex-Frau in deren Wohnung erstochen haben - vor den Augen seiner beiden Söhne (11 und 13).

Internationaler Haftbefehl

Schon kurz nach der Bluttat war die Wiener Kriminaldirektion 1 (KD 1) im Besitz der Information, dass sich der Gesuchte nach Ungarn abgesetzt hatte. Per internationalem Haftbefehl wurde eine europaweite Fahndung ausgeschrieben. "Am Donnerstag gegen 19.00 Uhr ist der Mann am ungarisch-serbischen Grenzübergang Röszke von der ungarischen Grenzpolizei festgenommen worden", sagte der stv. Leiter der KD 1, Dr. Hannes Scherz.

Kränkungen

Gegenüber den Kollegen soll der Mann den Mord bereits gestanden haben. Der Mann war von seiner gleichaltrigen Ex-Frau seit mehr als einem Jahr geschieden. Er suchte aber immer wieder Kontakt zu ihr, wollte zusammenziehen. Auseinandersetzungen endeten für die Frau oft mit Schlägen.

Frau wollte keine Aussöhnung mehr

Noch am Abend vor dem Mord war der Ex-Mann in die Wohnung in Margareten gekommen, wo die Frau mit den zwei Söhnen (rpt. zwei Söhne) wohnt. Die Ex-Eheleute trennten sich laut Scherz in Unfrieden - es hatte einen Streit gegeben, weil sich die Krankenschwester nicht mit ihrem gewalttätigen Ex-Mann aussöhnen wollte. Vor Bekannten stieß der Verdächtige später Morddrohungen aus.

Neuen Freund erstochen

Der neue Freund kam Mittwochnacht in die Wohnung. Donnerstag gegen 7.00 Uhr brach der Ex-Mann die Wohnungstür auf und stach mit einem Messer mehrfach auf den 22-Jährigen ein. Die Polizei vermutet, dass der Ex-Mannvor dem Haus gewartet hatte, bis die Frau frühmorgens zur Arbeit gegangen war.

Kinder und Frau werden psychologisch betreut

Die beiden Buben und ihre Mutter werden psychologisch betreut. Die Frau ist in so schlechtem Zustand, dass sie am Freitag weiter im Spital behandelt wurde und noch nicht näher befragt werden konnte, sagte Scherz.

Der mutmaßlicher Täter wird zunächst nach Budapest überstellt. Seine Auslieferung erwarten die Ermittler in den nächsten Wochen.(APA)