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Foto: EPA/Kerim Okten

Istanbul - Der Irak kann nach Ansicht des türkischen Ministerpräsidenten Abdullah Gül noch viel tun, um einen von den USA angeführten Krieg zu verhindern. Nur der Irak sei in der Lage, die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates vollständig umzusetzen, um von den internationalen Waffeninspektoren einen für das Land günstigen Bericht zu erhalten, sagte Gül am Freitag in Istanbul vor seiner Abreise zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Inspektoren sollen am kommenden Montag dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York Bericht erstatten.

Am Vortag hatten sechs Staaten der Nahost-Region - das NATO-Mitglied Türkei, der Iran, sowie Ägypten, Syrien, Jordanien und Saudiarabien - bei einer Tagung in Istanbul den Irak aufgefordert, die Abrüstungsauflagen der UNO einzuhalten und aktiver mit den Waffeninspektoren zusammenzuarbeiten. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie auch die zentrale Rolle des Sicherheitsrats bei der Legitimierung militärischer Gewalt, ohne die USA in diesem Zusammenhang zu erwähnen.

Der deutsche Außenminister Joschka Fischer hatte zuvor mit der türkischen Führung über Möglichkeiten zur friedlichen Beilegung der Krise gesprochen. Fischer will bei seiner viertägigen Nahost-Reise auch mit Vertretern Ägyptens und Jordaniens sprechen. Die Regionalkonferenz in Istanbul habe eine "starke Botschaft" an den irakischen Machthaber Saddam Hussein gesandt, hob Fischer hervor. Die Teilnehmer hätten ein "starkes Signal" für eine friedliche Lösung des Konflikts gegeben, sagte Fischer am Freitag nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Yasar Yakis in Istanbul. Beide riefen dazu auf, dass der Irak-Konflikt ohne Waffengewalt beigelegt werden müsse. "Wir kooperieren sehr eng, um eine Militäraktion zu vermeiden", sagte Fischer.(APA/Reuters/dpa)