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Wien/Seattle - "Man muss immer am Produktsortiment etwas Neues hinzufügen", sagt der für Deutschland, Österreich und die Schweiz zuständige Amazon-Chef Ralf Kleber. So wird ab sofort das Buchangebot auch in seiner Region um fremdsprachige Literatur erweitert. 20.000 Titel in 25, teilweise exotischen Sprachen gibt es.

Das Anfang November des Vorjahres gemeinsam mit den US-Bekleidungsketten GAP, Nordstrom und Target gestartete Bekleidungsangebot entwickle sich prächtig. Wann die auf den amerikanischen Markt beschränkte Sparte auch nach Europa kommen werde, wollte Kleber nicht sagen. "Alle von uns in Europa eingeführten neuen Produktlinien wie der Musikalienhandel oder ein Abo-Service für Zeitschriften und Magazine entwickeln sich gut. Der Onlinehandel gewinnt einfach an Relevanz", so Kleber. Weiterhin bleibe jedoch die Sparte Bücher, DVDs/Video und Musik der stärkste Umsatzträger.

Erwartungen übertroffen

Die Ergebnisse, die Amazon Ende der Woche vorgelegt hatte, übertrafen trotz eines schwachen wirtschaftlichen Umfelds die Analysten. Der Verlust sank im Gesamtjahr von 567 auf 149 Millionen Dollar deutlich; das 4. Quartal brachte sogar einen schmalen Gewinn von drei Mio. Dollar. Gleichzeitig stieg der Umsatz im Gesamtjahr kräftig um 26 Prozent auf 3,9 Mrd. Dollar. Für das heurige Geschäftsjahr geht Amazon von einem Umsatzwachstum von über 15 Prozent aus.

Besonders stark fiel das Quartalswachstum bei den Auslandstöchtern von Amazon aus, hob Kleber hervor. Der Umsatz über die Seiten in Deutschland (der auch die österreichische Seite zugerechnet wird) sowie Frankreich, Großbritannien und Japan nahm um 76 Prozent auf 461 Millionen Dollar zu. 2002 erzielte der Konzern damit erstmals außerhalb der USA einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar.

Österreich-Geschäft mitgewachsen

Im Gesamtjahr nähert sich das internationale Geschäft damit ebenfalls der Gewinnschwelle. Kleber: "Das Österreich-Geschäft ist dabei im Gleichklang mit gewachsen."

Laut dem Austria Internet-monitor von Fessl-Gfk sind Amazon.at und Amazon.de für Österreichs Internetnutzer mit Abstand die wichtigsten Seiten für Interneteinkäufe. Von etwa 900.000 Österreichern ab 14 Jahren, die in den vergangenen drei Monaten online bestellten, haben ein Drittel bei Amazon zugeschlagen. (APA, ruz, DER STANDARD, Printausgabe 25.1.2003)