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London - Rauchen ist für mehr als die Hälfte der Kosten zur Behandlung von Lungenkrebs und ähnlicher Erkrankungen verantwortlich. Zudem verursacht Tabakkonsum dreizehn Prozent der Behandlungsausgaben für Herzgefäßerkrankungen, Schlaganfall und Krebsarten, die zu denen Rauchen direkt beiträgt. Dies berichtet das "British Medical Journal" unter Berufung auf eine US-Studie, bei der die Daten von rund 13.500 Personen im Alter von vierzig bis 94 Jahren ausgewertet wurden.

Die Forscher analysierten Daten über Menge des Rauchens, Auftreten großer tabakbezogener Krankheiten und medizinische Kosten. Dabei verglichen sie die Kosten für Menschen mit solchen Erkrankungen mit denen für Personen ohne derartige Leiden. Zusätzlich wurden die Krankheiten in zwei Gruppen eingeteilt: Einerseits Lungen- und Kehlkopfkrebs sowie chronische Lungenerkrankungen, für die Rauchen die Hauptursache ist. Andererseits Herzgefäßerkrankungen, Schlaganfall und Krebsarten, zu denen Rauchen wesentlich beiträgt.

Schätzung niedrig

In der ersten Gruppe waren schätzungsweise 70,2 Prozent der Fälle auf das Rauchen zurückzuführen, in der zweiten Gruppe 19,6 Prozent. Bei den Behandlungskosten wurden in der ersten Gruppe 53,4 Prozent durch Rauchen verursacht, in der zweiten Gruppe 13,4 Prozent. Insgesamt belaufen sich die jährlichen Kosten in den USA der Studie zufolge auf etwa sechs Milliarden Dollar.

Die Forscher halten ihre Schätzung für eher zu niedrig, da sie nur die direkten Auswirkungen des Rauchens auf eine bestimmte Auswahl von Krankheiten untersuchten. Indirekte Folgen und andere Erkrankungen wurden dagegen nicht berücksichtigt. (APA/AP)