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Szenenfoto: Archiv

Los Angeles - Der Berliner Filmproduzent Artur Brauner ist seit der Uraufführung seiner letzten Produktion "Babij Jar" mit Morddrohungen konfrontiert. Seit Wochen erhält der 84-Jährige Anrufe mit dem Hinweis, der er die Deutschland-Premiere des Films nicht erleben werde, erklärte Brauner in Los Angeles. Außerdem wurde ihm prophezeit, dass jene Kinos demoliert würden, die seinen Film über eines der schrecklichsten und zugleich unbekanntesten Verbrechen des Nationalsozialismus zeigten. "Der Telefonterror ist furchtbar, doch ich habe keine Angst. Der Film wird in die Kinos kommen, da kann passieren was will", sagte Brauner.

"Babij Jar" wurde vor zwei Monaten in Hollywood uraufgeführt. In Deutschland wird die fünf Millionen Euro teure deutsche-russische Koproduktion im Rahmen der Berlinale am 11. Februar erstmals zu sehen sein. Brauner, dessen Produktion "Hitlerjunge Salomon" 1992 für den Oscar nominiert worden war, sieht in "Babij Jar" die "Krönung" seines Lebenswerks. Damit habe er seinen Lebenstraum verwirklicht.

Der Film zeigt die Liquidierung ukrainischer Juden beim Einzug der sechsten deutschen Armee in die ukrainische Hauptstadt. Mehr als 30.000 Männer, Frauen und Kinder wurden am 30. September 1941 in der Babij Jar (zu deutsch "Großmütterchens Schlucht") genannten Talsenke vor Kiew von Männern in deutschen Uniformen ermordet. Zwölf Opfer stammten aus der Familie von Brauner. Die Hollywood-Prominenz, allen voran Kirk Douglas, preist seine Produktion in höchsten Tönen. "Ich bin sehr beeindruckt von dem Film", sagte Douglas. Nach Ansicht es dreimaligen Oscar-Preisträger Arthur Cohn ist es ein "Film, der in der heutigen Zeit immens wichtig ist". (APA/dpa)