San Sebastián - Joseba Mikel Garmendia, einst mutmaßlicher Finanzchef der baskischen Untergrundorganisation ETA, hat sich um einen Lehrstuhl als Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität des Baskenlandes (UPV) beworben. Von mehreren Polizisten bewacht legte er am Freitag im Gefängnis von San Sebastián die entsprechende Eignungsprüfung ab, wie der spanische Rundfunk berichtete. Garmendia, ein studierter Betriebswirt, war im April vergangenen Jahres festgenommen worden. Die Justiz legt ihm zur Last, über ein weit gespanntes Netz von Firmen den Finanzapparat der ETA kontrolliert zu haben.

War bereits als Dozent tätig

Der mutmaßliche Terrorist war bereits in der Vergangenheit in der selben Universität als Dozent tätig und erhält im Gefängnis weiterhin 75 Prozent seines Gehalts. Seine Aussichten auf die Professur sind nach Presseberichten gut: Er ist der einzige Bewerber. Das fünfköpfige Gremium, das seine Leistungen beurteilen muss, dürfe nur anhand seines Fachwissens urteilen. Sollte Garmendia in dem noch anstehenden Prozess schuldig gesprochen werden, müsste er aber dennoch zunächst in Haft. Die konservative Volkspartei (PP) nannte seine Zulassung zur Prüfung einen Skandal. (APA/dpa)