Davos - Die Sorgen um einen Irak-Krieg sind am Freitag im Mittelpunkt eines Gesprächs des Schweizer Bundespräsidenten Pascal Couchepin mit dem Chef der türkischen Regierungspartei AKP am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Couchepin bekräftigte, wie wichtig das WEF für die Schweiz sei.

Die Türkei befürchtete, ein Irak-Krieg würde dem Land große wirtschaftliche Nachteile bringen, besonders dem Tourismus, sagte der Bundespräsident nach dem Treffen mit dem Präsidenten der gemäßigt islamischen AKP, Recep Tayyip Erdogan.

Couchepin hielt es nicht für außergewöhnlich, einen Parteichef zu empfangen, umsomehr als seine Partei in der Türkei die Mehrheit im Parlament habe und die Regierung stelle. Am Freitag stand unter anderem neben dem Treffen mit dem Präsidenten Polens, Aleksander Kwasniewski, auch ein Gespräch mit dem türkischen Regierungschef, Abdullah Gül, auf Couchepins Programm. Die Türkei sei ein guter wirtschaftlicher Partner für die Schweiz, insbesondere für die Textil- und Maschinenindustrie.

WEF sei wichtiges aussenpolitisches Werkzeug der Schweiz

"Die Stimmung am Weltwirtschaftsforum ist nicht antiamerikanisch, sondern amerika-skeptisch", befand Couchepin. Er machte allerdings keinen Hehl daraus, dass ihm die Atmosphäre des WEF in Davos besser gefällt als diejenige am Treffen letztes Jahr in New York. Es sei viel lebendiger in dieser verschneiten Berggegend als immer im gleichen Hotel.

Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Ängste und Zweifel der Einheimischen. Sie sollten diese aber überwinden, ermunterte er. "Behalten Sie das WEF", dies würde er den Davosern empfehlen, falls es zu einer Abstimmung über das WEF in Davos käme. Couchepin hält das WEF für eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste, Werkzeug der Schweizer Außenpolitik.

Den Demonstrationen von (morgen) Samstag sehe er gelassen entgegen. Natürlich hoffe er, dass alles friedlich über die Bühne gehe. Er finde es auch wichtig, dass die Gegner des WEF eine Gelegenheit hätten zu diskutieren und nicht nur zu spielen. (APA/sda)