ITALIEN: Haltung nicht ganz klar. Die Regierung beharrt aber darauf, dass die UNO das entscheidende Wort hat. Die Regierung Silvio Berlusconi will den USA jedoch Überflugrechte gewähren und NATO-Stützpunkte in Italien bereitstellen. Über die Entsendung von Truppen müsste das Parlament entscheiden.

ÖSTERREICH hat noch keine klare Position. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner verwies vergangene Woche auf die Neutralität Österreichs. Überflugsgenehmigungen für US-Flugzeuge im Kriegsfall werde es nur auf der Grundlage einer weiteren UNO-Resolution geben.

BELGIEN ist gegen ein einseitiges Vorgehen der USA. Es gehe um ein internationales Problem, das international gelöst werden müsse, sagt Ministerpräsident Guy Verhofstadt. Zu einer militärischen Beteiligung will er sich nicht vor einer zweiten UNO-Resolution äußern.

IRLAND: Irland will, dass die UNO-Inspektoren für ihre Arbeit mehr Zeit bekommen. Vor einem militärischen Eingreifen müssten die USA und Großbritannien auf jeden Fall noch einmal die UNO konsultieren, sagt das Außenministerium in Dublin.

SCHWEDEN besteht auf einem Beschluss der UNO für einen Krieg gegen den Irak. Schwedens Ministerpräsident Göran Persson sieht jedoch "nicht den geringsten Grund" zur Übernahme von Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröders prinzipieller Ablehnung von Militäraktionen gegen den Irak. Das irakische Regime müsse unter Druck gesetzt werden.

DÄNEMARK tritt beim Irak-Konflikt für eine Verlängerung der Arbeit der UNO-Waffeninspektoren ein. Außenminister Per Stig Möller sagte am Freitag vor dem Außenpolitischen Ausschuss im Kopenhagener Folketing, die Inspektoren sollten so viel Zeit zugestanden bekommen, wie sie nach eigener Meinung benötigen. Davor hatte Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen eine mögliche dänische Unterstützung eines US-Alleinganges nicht ausgeschlossen, war damit aber auf heftige Kritik seitens der sozialdemokratischen Opposition gestoßen.

FINNLAND fordert einen Beschluss der UNO für einen Krieg gegen den Irak. Ministerpräsident Paavo Lipponen hat den USA finnische Hilfe beim Wiederaufbau des Irak nach einem allfälligen Krieg versprochen und wurde dafür von der Opposition heftig kritisiert.

SLOWENIEN lehnt einen einen britisch-amerikanischen Alleingang ab. Zu einem Krieg mit UNO-Mandat gibt es keine klare Haltung.

LETTLAND will seine Position zu einem eventuellen Irak-Krieg innerhalb der NATO beziehen.

LITAUEN: Der neu gewählte Präsident Rolandas Paksas will sich zur Position seines Landes erst nach seinem Amtsantritt am 26. Februar äußern. Litauen wurde von der USA um Hilfe wie etwa Überflugrechte gebeten.

BULGARIEN will seine Haltung erst nach Bekanntwerden des Berichts der UNO-Inspektoren am 27. Jänner formulieren.

RUMÄNIEN erklärte, es sei noch verfrüht, über Optionen "zu spekulieren". Das Land werde solidarisch mit der Familie der demokratischen Nationen sein, der es angehöre. (APA/dpa)