Wien - Die Wiener Linien haben am Freitag ihre 100. Niederflurstraßenbahn übernommen.

Die von der Siemens SGP Verkehrstechnik und VA Tech Elin EBG gefertigten Garnituren werden liebevoll ULF genannt, was eine Abkürzung für "Ultra Low Floor" bedeutet.

Porsche Design

Seit Herbst 1997 transportiert die von Porsche-Design gestaltete Straßenbahn Fahrgäste durch Wien. Mit 19 Zentimeter Einstiegshöhe bietet der ULF das "weltweit niedrigste und bequemste Einstiegsniveau", wie Siemens in einer Aussendung betonte.

Kein "Kurvenkreischen"

Erreicht wird dies durch ein Konstruktionsprinzip, bei dem herkömmliche Achsen nicht mehr notwendig sind. Die vertikal eingebauten Elektromotoren treiben jedes Rad einzeln an und sind nicht unter der Bodenplatte, sondern hinter den Seitenverkleidungen eingebaut. Die Räder passen sich selbstständig an die unterschiedlichen Kurvenradien an. Dadurch werden die Fahrgeräusche verringert, das bisher gewohnte "Kurvenkreischen" gehört der Vergangenheit an.

Den ULF gibt es derzeit in zwei Größen: Die vierteilige Garnitur hat vier Fahrwerke, misst 24,2 Meter und bietet 225 Personen Platz. Der große Bruder ist sechsteilig, hat dem entsprechend sechs Fahrwerke, ist 35,4 Meter lang und befördert 343 Personen.

Das Gesamtauftragsvolumen der Serie beträgt laut Aussendung 358 Mio. Euro. Die Wiener Linien haben insgesamt 150 Niederflur-Bims zur Modernisierung ihrer Straßenbahnflotte bestellt. Die noch verbleibenden 50 Garnituren sollen bis 2005 ausgeliefert werden. (APA)