Bild nicht mehr verfügbar.

Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Jeong Se-hyun (rechts) and sein nordkoreanischer Amtskollege Kim Ryung-sung beim Händeschütteln.

Foto: APA/ EPA/ Kim Kyung-Hoon

Seoul - Südkorea hat bei seinen Vermittlungsgesprächen im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm einen ersten Erfolg erzielt: Die Regierung in Pjöngjang erklärte sich am Freitag zu einer friedlichen Lösung bereit. Zwei südkoreanische Gesandte wollen kommende Woche zu weiteren Gesprächen nach Nordkorea reisen. Die UNO-Atomenergieorganisation (IAEO) will am 3. Februar darüber beraten, ob der Konflikt vor den Weltsicherheitsrat gebracht werden soll.

Zwar sei es bei den Verhandlungen in Seoul zunächst nicht gelungen, Nordkorea zu konkreten Maßnahmen zur Entspannung in der Krise zu verpflichten, räumte der Süden ein. Beide Seiten hätten sich jedoch darauf verständigt, das Problem friedlich zu lösen, hieß es in einer gemeinsamen fünfseitigen Erklärung. Zu Beginn der Gespräche hatte Nordkorea schon versichert, dass es nicht die Absicht habe, Atomwaffen zu entwickeln. Zwei südkoreanische Gesandte reisen nach Pjöngjang

Wie das Präsidialamt in Seoul mitteilte, will der frühere Wiedervereinigungsminister Lim Dong Won am Montag nach Pjöngjang reisen. Der voraussichtlich zwei- bis dreitägige Besuch wurde auch von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA gemeldet. Begleitet werde der Berater von Präsident Kim Dae Jung von einem Gesandten des künftigen Präsidenten Roh Moo Hyun. Die beiden würden vermutlich ein persönliches Schreiben von Kim übergeben.

Ein Gesandter Rohs, Dongyoung Chung, begrüßte die Reisepläne als sehr wichtige Entwicklung. Sie stellten ein Entgegenkommen Nordkoreas dar, sagte Chung auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos. Roh kündigte in einem Interview mit dem US-Rundfunksender CNN an, er werde nach seinem Amtsantritt dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il ein Gipfeltreffen vorschlagen. IAEO will am 3. Februar über Konflikt beraten

Wie IAEO-Sprecher Mark Gwozdecky am Freitag mitteilte, wollen sich Vertreter der 35 Aufsichtsstaaten der Behörde am 3. Februar in Wien treffen. Eine formelle Benachrichtigung des Weltsicherheitsrats, dass Nordkorea gegen internationale Atomverträge verstoße, könnte zu einer Verhängung von Sanktionen gegen das kommunistische Land führen. Alle Staaten seien jedoch an einer diplomatischen Lösung der Krise interessiert, sagte Gwozdecky.

US-Staatssekretär John Bolton betonte, dass eine Anrufung des Sicherheitsrats nicht zwangsläufig zu Sanktionen führen werde. Dies seien zwei streng voneinander getrennte Vorgänge, sagte er nach einem Treffen mit dem japanischen Außenminister Yoriko Kawaguchi in Tokio. Nordkorea würde eine Verhängung von Strafmaßnahmen nach eigenen Angaben als Kriegserklärung werten.

Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Losjukow sagte in Moskau, die diplomatischen Möglichkeiten zur Beilegung des Streits seien noch nicht ausgeschöpft. Er halte eine Anrufung des Sicherheitsrats zum momentanen Zeitpunkt für verfrüht, sagte Losjukow vor Journalisten. (APA/AP)