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Wien - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) wünscht sich von den heimischen Geldinstituten, dass sie über ihre Geldausgabeautomaten mehr 50- und 20-Euroscheine in Umlauf bringen. "Aus Sicht der Nationalbank haben wir bei der 50 Euro-Banknote einen negativen Umlauf, das heißt, wir bekommen mehr zurück, als wir ausgegeben haben", sagte OeNB-Direktor Wolfgang Duchatczek am Freitag bei einem Pressegespräch in Wien.

Vor allem Touristen würden mit 50-Euroscheinen in Österreich bezahlen. Diese kommen dann zur OeNB, die sie je nach Bedarf wieder an die anderen europäischen Notenbanken zurück verteile. "Ich wünsche mir die Ausgabe auch über Bankomaten und nicht nur über uns und die Gäste", meinte Duchatczek.

Die noch überraschend hohen ausständigen Altgeldbestände von 12 Mrd. Schilling (872 Mio. Euro) von insgesamt rund 200 Mrd. Schilling erscheinen Duchatczek in der Zwischenzeit "fast schon plausibel". Denn hochgerechnet auf die Einwohnerzahl entfielen bei dieser Summe auf jeden Österreicher rund 1.500 Schilling. Ein gesamter Schillingsatz, den sich möglicherweise viele Österreicher zum Andenken auf die Seite gelegt haben, könnte sich aber aus je einem 1.000er, 500er, 100er, 50er und 20er Schilling-Schein und dann noch den Münzen zusammen setzen. Das macht in Summe mehr als 1.500 S aus.

Im Laufe der Zeit werden bei den Menschen immer wieder alte Schillinge - etwa jetzt zur Winterzeit beim Schifahren in Anoraks - auftauchen, rechnet Duchatczek. Die OeNB werde deshalb auch in Zukunft bei Bedarf Hilfestellung bei der Zurücknahme anbieten. Duchatczek erinnerte daran, dass der Umtausch bei der OeNB zeitlich unbegrenzt und ohne Wertverlust möglich ist. Derzeit gebe es auch Überlegungen, ob es wieder eine ähnliche Aktion wie den Eurobus geben wird. Dieser habe bei österreichweit rund 90 Stopps 80 bis 90 Mio. Schilling einsammeln können. Eigentlich seien aber mehr erwartet worden.

Nicht ganz zufrieden ist Duchatczek weiterhin mit dem Negativ-Image des Euro als "Teuro". Gerade die gestern veröffentlichte Jahresinflationsrate von 1,8 Prozent hätte gezeigt, dass es auch während der Euro-Einführung Preisstabilität gegeben habe. Dass emotional eine stärkere Teuerung wahrgenommen werde, hängt für den OeNB-Direktor damit zusammen, dass gerade Restaurants, Hotels, alkoholische Getränke und Tabak, also Artikel des täglichen Bedarfs, mit denen die Menschen öfters in Kontakt kommen, überdurchschnittlich teurer geworden seien. Dagegen habe es etwa bei PCs und Digitalkameras, die nicht so oft gekauft werden, unterdurchschnittliche Preisentwicklungen gegeben. Die jüngste OeNB-Initiative "Schauen Sie auf Ihr Geld" beinhalte deshalb nicht nur die physische Komponente - Stichwort Fälschungen -, sondern auch die wertmäßige. (APA)