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Cholera-Babys in Südafrika

apa/epa/schalk

New York - US-Forscher haben eine Substanz entdeckt, die zur Bekämpfung der Cholera beitragen könnte. Auch bei der Suche nach einem Medikament gegen Mukoviszidose - der auch zystische Fibrose genannten häufigsten vererbten Stoffwechselstörung - könnte die Entdeckung helfen. Die Substanz bewahrt nach einem Bericht der Zeitschrift "Nature" Zellen vor dem Verlust von Flüssigkeit. Bei Cholera-infizierten Mäusen verringerte sie den Durchfall um neunzig Prozent. Jährlich sterben in Entwicklungsländern mehr als eine Million Menschen an Dehydration durch Durchfallerkrankungen wie Cholera, bei denen zu viel Flüssigkeit abgesondert wird.

Mukoviszidose-Patienten haben das gegenteilige Problem: zu wenig Flüssigkeitsabsonderung in der Lunge und dadurch Entstehung von Schleim. Die Erbkrankheit betrifft in Deutschland etwa 8.000 Menschen, in Österreich sind es etwa 800. Bei beiden Krankheiten regelt das Protein CFTR die Absonderung von Flüssigkeit. Mäuse, denen das Protein fehlt, sind laut "Nature" vor Cholera geschützt. Daher suchten Forscher der Universität San Francisco nach einem Stoff, der das Protein blockiert.

Bei der Analyse von 50.000 Molekülen stießen sie auf eine Substanz, die CFTR hemmt und für menschliche Zellen ungiftig ist. Bei Mukoviszidose-Patienten fehlt das Eiweiß CFTR. Die nun entdeckte Substanz könnte die Suche nach einem Ersatzstoff vereinfachen, da sie die Krankheit bei Tieren simulieren kann, die ähnliche Lungen haben wie Menschen, etwa Kaninchen oder Schweinen. (APA/AP)