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Simbabwes "Cricketeer" Douglas Marillier.

Foto: REUTERS/Arko Datta

London/Wien - Die internationale Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) vermutet, dass die letzte Welle von Verhaftungen und Misshandlungen von Systemkritikern in Simbabwe darauf abzielt, jeglichen öffentlichen Protest vor der Cricket-Weltmeisterschaft zum Schweigen zu bringen. Das geht aus einer ai-Aussendung vom heutigen Freitag hervor. Die WM soll in Südafrika, Simbabwe und Kenia stattfinden und beginnt am 8. Februar. In Simbabwe selbst sind sechs der Spiele geplant.

In letzter Zeit gab es Spekulationen, wonach die Spiele vom Internationalen Cricketverband aus Sicherheitsgründen kurzfristig anderswohin verlegt werden könnten. Die Cricket-Verbände Englands und Australiens hatten den Aufruf ihrer Regierungen zum Boykott Simbabwes bei den Weltmeisterschaften abgelehnt.

ai verwies in der Aussendung auf mehrere konkrete Fälle von Menschenrechtsverletzungen in den letzten Wochen, darunter die zweitägige Inhaftierung einer Parlamentsabgeordneten der oppositionellen MDC ohne Begründung, die Verhaftung und Folterung von fünf Oppositionellen und Bombendrohungen gegen die Menschenrechtsorganisation Amani Trust. Leute, die Menschenrechtsverletzungen aufdeckten, würden Gefahr laufen, selbst verhaftet und gefoltert zu werden, heißt es weiter. Die Angst unter Menschenrechtsaktivisten war laut amnesty in Simbabwe "noch nie so stark wie jetzt".(APA)