Prag - Nach dem Ausscheiden des sozialdemokratischen Ex-Ministerpräsidenten Milos Zeman (CSSD) beim zweiten Anlauf zur Wahl des tschechischen Staatspräsidenten heute, Freitag, ist innerhalb der Partei erneut Aufregung entstanden. "Ich versteh' die Leute nicht, die eine Nominierung unterschreiben und dann nicht für den Kandidaten stimmen", sagte ein CSSD-Politiker und Zeman-Befürworter, der nicht namentlich genannt werden wollte, zur tschechischen Agentur CTK. Ein Zeman-Gegner wiederum bestätigte inoffiziell, dass er in der Prager Burg für den Kontrahenten Zemans, den konservativen Ex-Ministerpräsidenten Vaclav Klaus gestimmt hatte.

Der stellvertretende Vorsitzende der Kommunistischen Partei (KSCM), Jiri Dolejs, kommentierte: "Das ist ein Spiegel dessen, was in der ersten Wahl passiert ist - was heißen soll, dass die Hälfte der Sozialdemokraten daran scheiterte, ihren eigenen Kandidaten zu wählen." In der ersten Wahl am 15. Jänner war der ehemalige Justizminister Jaroslav Bures für die CSSD angetreten.

Der sozialdemokratische Parteivorsitzender und Ministerpräsident Vladimir Spidla wollte zunächst keinen Kommentar abgeben. (APA/CTK)