Der kenianische Arbeitsminister Ahmad Mohamed Khalif ist bei einem Flugzeugabsturz im Westen des Landes ums Leben gekommen. Auch der Pilot des Kleinflugzeugs sei getötet worden, teilte ein kenianischer Abgeordneter in Nairobi mit. Insgesamt wurden drei Tote befürchtet. Für die Vorsitzende des kenianischen Anwaltsbunds, Martha Koome, gebe es nach dem Unfall kaum Hoffnung auf Überleben, sagte ein weiterer Parlamentarier. Auch der Zustand des Parlamentsabgeordneten George Khaniri habe sich noch am Unglücksort "sehr, sehr schnell verschlechtert". Drei weitere Politiker seien verletzt. Nach Polizeiangaben streifte die Maschine kurz nach dem Start im Bezirk Busia eine Hochspannungsleitung und stürzte daraufhin in ein Wohngebiet.

Zu den Verletzten zählten die Ministerin für Wasserressourcen, Martha Karua, Tourismusminister Raphael Tuju sowie der Staatsminister beim Vizepräsidenten, Linah Jebii Kilimo, teilte ein Polizeibeamter mit. Die Ministerin werde vermutlich überleben, sagte einer der Abgeordneten. Ob Kilimos Frau den Absturz überlebt habe, sei nicht klar. Eine Flugbegleiterin habe mehrere Knochenbrüche erlitten. Insgesamt befanden sich sieben Passagiere im Flugzeug. Die Politiker waren den Angaben zufolge auf dem Rückweg nach Nairobi, nachdem sie Busia besucht hatten.

Anschlag ausgeschlossen

"Wenn man das Wrack sieht, kann man nicht glauben, dass überhaupt jemand herausgekommen ist", sagte einer der Parlamentarier. "Die Maschine sieht schlimm zerquetscht aus." Das Flugzeug hatte demnach Probleme, beim Start an Höhe zu gewinnen und streifte deshalb die Leitungen. Wie der Minister für Nationale Sicherheit, Christopher Murungaru, in Nairobi mitteilte, war das Flugzeug beim Beschleunigungsvorgang in ein Schlagloch geraten. Einen Anschlag schloss der Minister aus.

Die Politiker waren nach Westkenia geflogen, um dort mit zahlreichen weiteren Regierungsmitgliedern den Sieg ihrer Partei "Nationale Regenbogen Koalition" (Narc) bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen vom 27. Dezember zu feiern. Die Regierungsmitglieder waren unter dem neuen Präsidenten Mwai Kibaki Anfang Jänner vereidigt worden. Die Regenbogenkoalition hatte bei der Wahl nach fast 40 Jahren die KANU-Partei des früheren Präsidenten Daniel arap Moi von der Macht abgelöst. Moi selbst war 24 Jahre lang Präsident des ostafrikanischen Landes, das 1963 seine Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte. (APA/dpa/Reuters)