Berlin - Der US-Botschafter in Berlin, Daniel Coats, hat die umstrittenen Äußerungen von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld relativiert. "Ich meine, dass das ein Ausrutscher war", sagte Coats über die Rumsfeld-Bemerkungen in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" am Freitag. Coats ging davon aus, Rumsfeld würde "diese Wörter vom alten Europa nicht noch einmal benutzen". Er betonte: "Aber Sie wissen, er ist ein sehr offener Mensch. Vielleicht würden es Diplomaten anders ausdrücken." Als Ursache für Rumsfelds verbale Attacke gab Coats "Frustrationen" auf US-Seite an. Die USA hätten geglaubt, wenigstens von Frankreich mehr Unterstützung zu erhalten.

Coats ging davon aus, dass die französische Regierung ihre Entscheidung schon gefällt habe, die USA im UN-Sicherheitsrat nicht zu unterstützen. Von Deutschland habe die US-Regierung in der Irak-Frage gar nichts anderes mehr erwartet. "Deutschland ist nicht relevant bei dieser Frage. Wir kannten die Antwort. Die Antwort war nein. Das gefällt uns nicht. Und wir akzeptieren sie", sagte Coats laut ARD. Zu den Beziehungen zu Deutschland sagte er: "Zweifellos hat das eine negative Wirkung auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen gehabt." Deutschlands Position werde für das bilaterale Verhältnis nicht ohne Folgen bleiben. Der Botschafter kritisierte auch, dass in Deutschland die Irak-Krise fortgesetzt für innenpolitische Zwecke benutzt werde. (APA/AFP)