Wien - 1,2 Bestellvorgänge je Bediensteten und Arbeitstag im Jahresdurchschnitt, Verringerung der Auslastung der Bediensteten durch parallele Beschaffungsstrukturen und Verzögerungen bei der Modernisierung des Betriebsmittel- und Warenlagers - die Rechnungshofprüfer fanden auch bei der Gebarungsprüfung der Beschaffungsabteilung der Post im Jahr 2001 jede Menge Anlass zu Kritik.

So erachtete der RH "rund 1,2 Bestellvorgänge je Bediensteten und Arbeitstag im Jahresdurchschnitt als gering." Und: Die Auslastung der Bediensteten des "Service Center Materialwirtschaft", wie Beschaffung und Verteilung der Betriebsmittel in der Post AG heißen, wurde durch den Aufbau paralleler Beschaffungsstrukturen zusätzlich verringert.

Verzögerungen

Wie bei den Postverteilzentren auch, moniert der RH, dass Lagerumbau und Modernisierung ein halbes Jahr später als geplant starteten. Ergo konnte der Lagerpersonalstand nicht um 27 Bedienstete gesenkt und damit ein Einsparpotenzial von jährlich 1,29 Mio. Euro nicht gehoben werden. Kleiner Trost: Es ging nicht gar nichts weiter bei der Post-Modernisierung, denn laut Unternehmensangaben verringerte sich der Personalstand der Beschaffungsabteilung seit 1998 um fünf Bedienstete. Auch gibt es seit September 2002 einheitliche Standards für die Vergabe von Einkaufsaufträgen.

Weitere Schmankerl: Als Anton Wais im Sommer 1999 zum Post-General bestellt wurde, fand er in den Lagerhallen "Dienstkleidung veralteter Machart" im Wert von 995.600 € vor. Diese seit 1997 nicht mehr verwendeten Uniformen belegten 1045 Lagerplätze, wobei ein Lagerplatz 1999 mit 69,77 Euro pro Jahr kalkuliert wurde. In Summe verursachten die Altkleider damit jährlich Kosten von 72.700 €. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Printausgabe 25.1.2003)