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Sobald sie zurück sind können sie per E-Mail berichten: Internet kommt bald in das Everest-Basislager.

Foto: APA/Breashears

New York - Wenn sich heuer zum 50. Jahrestag der ersten Besteigung des Mount Everest durch Sir Edmund Hillary Bergsteiger aus aller Welt im Basislager für den Gipfelsturm sammeln oder von ihrer Expedition zurückkehren, werden sie auf einfache Weise den Lieben daheim Grüße schicken können: per E-Mail aus dem höchsten Internetcafé der Welt, berichtet die New York Times. Der Betreiber des künftigen Internetcafés ist Tsering Gyaltsen, Enkel des einzigen noch lebenden Sherpas, der Hillary begleitete.

Anders als viele Einrichtungen am Himalaya, die vorwiegend dem Komfort der Expeditionen dienen, soll die kommende Internetverbindung auch den Einwohnern einer nahe gelegenen Stadt nützen. So soll damit auch eine Schule mit rund 250 Schülerinnen und Schülern versorgt werden.

Herausforderung

Gyaltsen hat bereits vor zwei Jahren per Satellitenverbindung ein Internetcafé in Namche Bazar eröffnet, das einen Sechstagesmarsch vom Everest-Basislager entfernt ist. Er startete seine private Initiative, nachdem maoistische Rebellen den Telefonsender in Regierungsbesitz zerstörten. Bei der Suche nach Ideen, wie er seine Internetverbindung einer größeren Zahl von Nachbarn zugänglich machen könnte, kam er zusammen mit US-Bergsteigern auf die Idee, ein Internetcafé im Basislager zu errichten und durch Gebühren zu finanzieren.

Nicht nur Wind und Kälte machen den Standort zu einer Herausforderung. Da das Basislager in über 5000 Meter Höhe auf einem sich bewegenden Gletscher liegt, muss die Satellitenantenne 500 Meter über dem Lager errichtet werden. Mithilfe von Wi-Fi-Radios wird das Signal an das Lager weitergeleitet. Den Expeditionen soll der Dienst ab März um 2000 bis 5000 US-Dollar pro Gruppe für vier Wochen Aufenthalt angeboten werden - durchschnittliche Expeditionskosten liegen bei 65.000 Dollar pro Person. Der Gewinn geht an das Sagarmatha Pollution Control Committee, das die Abfälle der Bergsteiger entsorgt. (spu, DER STANDARD, Printausgabe 25.1.2003)