Nichts gegen tragikomische Liebesgeschichten von Geistlichen im Gefolge von Dornenvögel;

nichts gegen Melodramen, die sich in oder jenseits von Afrika an Tiefe und Weite mit beeindruckenden Landschaften messen; nichts gegen Produzenten, Regisseure und Autoren, die im Rahmen populärer Erzählformen mit viel Budget ein möglichst breites Publikum anopern - gesetzt den Fall, dass dann eben auch große Oper herauskommt.

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Dies war nun bei dem

... am Freitag auf ORF 2 zu Ende gegangenen Zweiteiler Eine Liebe in Afrika definitiv nicht der Fall.

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Tränen mochte man bestenfalls deswegen vergießen,

wie hier gute Schauspieler (etwa: Hans-Michael Rehberg als väterlicher Starrkopf! Hannelore Elsner! Monica Bleibtreu!) im winzigen Schatten von Julia Stemberger und Heiner Lauterbach entlang eines erbärmlichen Drehbuchs und von der Regie im Stich gelassen zu Klischee-Knallchargen degradiert wurden.

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Und wie gleichzeitig Regisseur Xaver Schwarzenberger zwar besser als viele andere

seines Faches weiß, wie man selbst kompletten Nonsens optisch seriös bis makellos verkauft, dennoch aber die alte Regel "Blödheit bleibt Blödheit" nicht außer Kraft setzen kann.

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Manchmal stellt man sich vor,

dass in irgendeiner TV-Anstalt bei einem geheimen Meeting von Programmverantwortlichen so ein Drehbuch in voller Länge vorgelesen wird. Man stellt sich vor, dass dann alle schreiend und wehklagend aus dem Raum laufen. Leider stellt man sich das nur vor. Alle bleiben sitzen und bestellen weiter denselben Unsinn. (cp/DER STANDARD; Printausgabe, 25./26.1.2003)

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