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The New Opera Ball New York - am Ehrentisch: New Yorks Poliizei- und Feuerwehrchefs; am Teller: Wiener Schnitzel; am Parkett: "alles Walzer!" Erlös: 10.000 US-$ für die WTC-Waisen

Foto: APA/Gruenwald

Die Einladung zu "The New Opera Ball in New York" zierte der staatstragende rot-weiß-rote Streifen. Zwar waren weder "unsere Klestils" noch unsere Lugners am Ort des Geschehens, doch Michael Häupl und Walter Nettig hatten im Programm gedruckte Grußbotschaften vorausgeschickt. Mit dem Ball im legendären Hotel Plaza wollten Karl Altenhuber (41) und Peter Riha (39) eine Brücke schlagen. Eine Brücke zwischen der Donaumetropole, in der sie vor zwölf Jahren ihren Weg in die Selbstständigkeit genommen, und der Stadt, die niemals schläft, wo sie vor kurzem ihre jüngste Niederlassung gegründet haben.

Das Startkapital der beiden ehemaligen Sportlehrer war neben körperlicher Fitness Begeisterungsfähigkeit, Neugierde, Mut und Freude am Umgang mit Menschen. Die materielle Ausstattung beschränkte sich auf einen Hinterhofkeller, den Altenhubers Onkel den anfangs nebenberuflichen Eventmanagern überließ. Mit Firmenveranstaltungen von Snowboard-bis Wasserski-Events sorgten Altenhuber und Riha damals für Aufsehen. Der Durchbruch gelang mit einem "sport & fun-day" für Coca-Cola Griechenland, als ein heimischer Abteilungsleiter des Konzerns meinte: "Macht doch das Gleiche für uns in Österreich."

Umsetzung von Emotionen

Ihren Geschäftsgegenstand bezeichnen die Veranstalter als "Umsetzung von Emotionen". - Zielgruppengerecht, versteht sich. Die ausgeklügelte Erfolgsmessung geschieht auf universitärem Boden, nämlich am Marketing-Institut an der TU Chemnitz.

1991 wurde die Agentur unter dem Namen eventive (events+incentive) gegründet. Dann ging es Schlag auf Schlag. Im Jahr 2001 veranstaltete eventive rund 260 Events, darunter drei Ärztekongresse für je 3000 Teilnehmer und eine Veranstaltung für eine US-Bank mit 4500 Teilnehmern in Paris.

Das aktuelle Etatvolumen für das Wiener Büro beträgt neun Millionen Euro. Seit dem Jahr 2000 gibt es die eventive Dependance in München (Etat: acht Mio. €), seit September 2001 das Hamburger Büro (Etat: fünf Mio. €). Das erste transatlantische Büro eröffnete Juni 2002 in New York.

Charity für 9/11-Halbwaisen

"Als wir zum Sondieren nach New York kamen, prangte in den Zeitungen das berühmte Foto jener Babys der Opfer von nine/eleven. Riha, selbst Vater von vier Söhnen und ich entschlossen uns spontan, mit der Eröffnung des New Yorker Büros eine Charity-Veranstaltung für die Halbwaisen zu verbinden", erinnert sich Altenhuber.

500.000 US-Dollar wollten die beiden in Form von Sach-und Geldleistung in den seit Jahrzehnten etablierten Wiener Opernball im Waldorf Astoria miteinbringen, nebst einigen Innovationen, die das Design der Veranstaltung betrafen. Die alteingesessenen Organisatoren jedoch duldeten weder Koregisseure noch die Umwidmung des Spendenbetrags, der traditionell drei weltberühmten Museen zufließt. Worauf das eventive-Team innerhalb von drei Monaten eine Konkurrenzveranstaltung hochzog.

Worüber in Wien vereinzelt Empörung herrscht, während in New York bereits Anwälte prüfen, ob man nicht klagen könnte. Inzwischen planen die Chefs von nunmehr 39 Angestellten für 2004 den zweiten. - Den zweiten Opernball in New York und den zweiten Sprung hinaus aus dem alten Kontinent; diesmal in die entgegengesetzte Richtung, nämlich nach Peking. Marktpotenzial hat Altenhuber im Reich der Mitte bereits geortet, ganz getreu dem Erfolgsrezept der beiden, "sich dort niederzulassen, wo man schon einen Kunden hat, statt erst zu gründen und dann auf Akquise zu gehn". (DER STANDARD, Printausgabe, 25./26.1.2003, zug)