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Pferdeliebhaber können nun auch zu spezifischen akademischen Ehren kommen: Die Veterinärmedizinische Universität und die Uni für Bodenkultur in Wien starten gemeinsam ab Herbst 2003 mit einem Studium für Pferdewissenschaften. Absolventen des dreijährigen Studiums werden sich danach mit dem Titel Bakkalaureus/Bakkalaurea schmücken dürfen. "Wobei wir natürlich in sechs Semestern keine Schmalspur-Tierärzte ausbilden werden", erklärt Jörg Aurich, Vorstand der Universitätsklinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie an der VetMed Wien: "Wir setzen vor allem auf Führung, Management, Recht." Sowie auf Diagnostik, Pferdezucht, Sportmedizin, Pferdeausbildung. Bei vielen Veranstaltungen können Synergieeffekte mit den Studien an der VetMed und Boku genützt werden. Und für den Rest werden vor allem Leute aus der Praxis engagiert. Drei vierwöchige Praktika - Pferdesport, Pferdezucht und Verkauf/Marketing - sollen im letzten Semester den Einstieg ins Berufsleben erleichtern.

Praxisnähe

Das Studium richtet sich an Leute aus der Praxis, aber auch an Studienabbrecher der VetMed oder Boku. An Absolventen spezieller Fachschulen. Und generell an Pferdefreaks. Obwohl: "Ich sehe die Leute eigentlich eher in Positionen, wo sie nur extrem selten ein Pferd anfassen", meint der Institutsvorstand. Beispielsweise auch in der Tourismusplanung. "Der Reittourismus ist nämlich in den Feriengegenden ein durchaus beachtlicher Markt", sagt Aurich. Oder in der Pferdezucht - schließlich erreichen manche Hengste schon fast Firmenwerte. Und dann ist Management gefragt. Ganz zu schweigen von speziellen Versicherungen für die Gäule.

Je nach Bereich unterscheidet sich auch das Einstiegsgehalt - doch generell könnten Berufsanfänger wohl mit 1500 Euro aufwärts rechnen, schätzt Aurich. Bedarf für die geplanten 25 bis 30 Absolventen pro Jahr gebe es durchaus. Allerdings wohl nur für diejenigen, die über den Gartenzaun blicken: In Richtung der östlichen Beitrittsländer - "dort gibt es noch größere Gestüte", so Aurich. Oder in Richtung Schweiz und Deutschland. Denn während in den USA das Studium in fast jedem Bundesstaat angeboten würde, wäre Wien der einzige deutschsprachige Standort. Aus der Schweiz und Deutschland seien bereits E-Mail-Anfragen eingetrudelt. (Heidi Weinhäupl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26. 1. 2003)