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Die Wohnbauförderung ist in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen, sagt Alfred Früh vom Österreichischen Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen. 33.000 Neubauwohnungen wurden zuletzt auf diese Weise errichtet, 2003 werden es in Wien 5000 sein. "Darunter sollte es wirklich nicht mehr gehen," meint Früh. Sonst sei zu befürchten, dass die Nachfrage nach neuen Wohnungen nicht mehr erfüllt werden könne.

Die Wohnbauförderung stellt der Bund zur Verfügung, aber die Länder verteilen sie. Und im vergangenen Jahr wurde sie wieder einmal zur Diskussion gestellt - von Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Aber auch vom Institut für Höhere Studien (IHS) und vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Die Proteste dagegen waren massiv.

Die Mietpreise würden explodieren, hieß es, weil sich die Hausherren die fehlenden Mittel anderswo holen müssten. Die Lage sei schon allein aufgrund der Kürzung der Gelder prekär, meint Thomas Malloth, der Präsident des Österreichischen Verbands der Immobilientreuhänder. "Durch den Erhaltungsbedarf der Bausubstanz müsste die Nettomiete durchschnittlich acht bis neun Euro pro Quadratmeter betragen. Da das aber mit einem österreichischen Netto-Durchschnittseinkommen nur schwer leistbar ist, ist Wohnbauförderung unverzichtbar," sagte er am Donnerstag. In Wien seien vier bis fünf Euro pro Quadratmeter gerade realistisch, in den Bundesländern müsse man mit sechs bis acht Euro rechnen - bei entsprechender Unterstützung.

Wohnbauförderung sei auch ein wirtschaftlicher Motor, verlautet aus dem Büro des Wiener Wohnbaustadtrates Werner Faymann. In konjunkturschwachen Zeiten müsse man dagegen steuern und derartige Unterstützungen aufrecht erhalten. In der Bundeshauptstadt werden mit dem Geld neue Wohnungen errichtet, alte saniert (zuletzt 10.000 Wohnungen) und Beihilfen gewährt. Außerdem hat man Mittel in Österreich auch für Infrastrukturmaßnahmen (z. B. Garagenbau) zugeschossen. Früh: "Deshalb bleibt ebenfalls weniger für die tatsächliche Wohnbauförderung übrig." (pi, gt, DER STANDARD Printausgabe 25/26.1.2003)