Orangerien und Palmenhäuser, die Vorläufer der heutigen Wintergärten, waren Symbole des Luxus und als solche den Wohlhabenden vorbehalten. Dieses Image hat sich erst in den vergangenen Jahren geändert - heute sind Wintergärten für jederman erschwinglich und beliebter denn je.

Ob als zusätzlicher Wohnraum mit eigenem, "grünen" Charakter, als Übergang vom Haus zur Natur oder schlicht als Überwinterungsraum für Kübelpflanzen - der Wintergarten bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und will entsprechend geplant sein.

"Gerade in diesem scheinbar einfachen Raum werden Planungsfehler schonungslos sichtbar und schmerzhaft spürbar", meint Herbert Aron vom Wintergartenspezialisten Solarbau in Hadersdorf am Kamp. "Die erste Planung sollte neben der Frage von einer oder zwei Etagen auch die Grundrissform sowie die Ausrichtung zur Sonne und zum Garten berücksichtigen." Außerdem sind baubehördliche und rechtliche Bestimmungen nicht zu vergessen.

Wohnqualität und Lebensdauer des Wintergartens entscheidet die Detailplanung, bei der man auf jeden Fall einen Fachmann zurate ziehen sollte. Klimatisierung, lüftungstechnische Einrichtungen oder die gegenseitige Temperaturbeeinflussung von Wintergarten und Innenraum sind nur einige Beispiele, die Do-it-yourself-Bauherren oft unzureichend bedenken.

Abgesehen von Wintergärten zur Selbstmontage werden Serienmodelle oder Einzelanfertigungen angeboten, wobei mit der Individualität logischerweise auch der Preis steigt. Andererseits hat es unbestreitbare Vorteile, alles aus einer routinierten Hand und nicht zuletzt auch Garantieansprüche zu bekommen.

Meist werden Wintergärten als Anbau an Häuser errichtet, bevorzugte Formen sind hier Modelle mit Pult- oder Satteldach. Sie können aber auch frei im Garten stehen oder in die Konstruktion eines Neubaus integriert werden, etwa als Verbindungsteil zwischen zwei Gebäuden.

Bei der Palette der Materialien muss man zwischen Eindeckung (Glas oder Kunststoff) und der Tragekonstruktion unterscheiden, bei der Holz, Stahl, Aluminium oder Kunststoff verwendet werden. Also: Jetzt planen, im Sommer bauen, ab Herbst genießen! Die besten Pflanzen für den Wintergarten stellen wir Ihnen nächste Woche vor. (Marie-Therese.Gudenus,DER STANDARD Printausgabe 25/26,1.2003