New York - Namhafte US-Anwälte haben Washington vor einer möglichen Strafverfolgung hochrangiger Regierungsvertreter wegen Kriegsverbrechen bei einem Angriff auf den Irak gewarnt. Menschenrechtsverstöße der US-Truppe und ihrer Alliierten während des Golfkriegs 1991, des Kosovokriegs und in Afghanistan seien "ausführlich belegt", hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Brief an US-Präsident George W. Bush. Es gebe daher Grund zu der Annahme, dass es auch bei einem erneuten Irak-Krieg wieder zu Rechtsbrüchen kommen würde.

In diesem Fall könnten auch Mitarbeiter der US-Regierung angeklagt werden, schrieben die Experten weiter. Der Brief ist von mehr als einhundert Jura-Professoren und nicht-staatliche Organisationen unterzeichnet.

Bei den Einsätzen der US-Armee in der Golfregion sowie im Kosovo 1999 und in Afghanistan 2001 seien unter anderem die "wahllosen Angriffsmethoden" der Soldaten belegt worden. Das Militär habe zudem Streubomben geworfen sowie Stromversorgungsanlagen und Dämme angegriffen.

Die Anwälte schickten den Brief auch an US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, den britischen Regierungschef Tony Blair sowie Kanadas Regierungschef Jean Chretien. Mit dem Schreiben wollten sie die Regierungen darauf hinweisen, dass sich solche "illegalen Taktiken" nicht wiederholen "dürfen", sagte der Leiter einer Menschenrechtskanzlei in New York, Michael Ratner. (APA)