Salzburg - Empört über das Verhalten von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) im Zusammenhang mit der Regierungsbildung zeigt sich Salzburgs FP-Landesparteiobmann Karl Schnell. Es müsste anscheinend alles nach Schüssels Kopf gehen, kritisierte der FP-Politiker. Viele Reformen stünden an, die Sondierungsgespräche seien erfolgt und vielen Politiker gehe es so wie der Bevölkerung: Man wolle endlich eine Regierung. Das Verhalten des Bundeskanzlers sei unverantwortlich, meinte Schnell im Gespräch mit der APA.

Alle drei Parteien hätten ihre Bereitschaft zur Regierungsarbeit kundgetan, doch "Schüssel weiß anscheinend nicht, was er will oder er taktiert". "Die Politik muss jedenfalls weiter gehen." Das Land Salzburg habe bereits ein Budget für 2004 beschlossen, obwohl man vom Bund nicht einmal das diesjährige kenne. Es stünden viele Reformen - beispielsweise Gesundheit, Steuerreform, Wirtschaftsmaßnahmen - an: Die Probleme müssten bald in Angriff genommen und gelöst werden. "Schüssel soll endlich mit dem Katz' und Maus-Spiel aufhören", verlangte der freiheitliche Landeschef.

An seine eigene Partei appellierte Schnell, sich "nicht dem Diktat zu beugen, sondern Eigenständigkeit zu beweisen. Die Grundsätze der Partei dürfen nicht aufgegeben werden", so der Salzburger FP-Obmann. "Die FPÖ kann auch in der Opposition gründlich arbeiten, sie hat schon mehrmals bewiesen, dass sie das kann." (APA)