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reuters/prammer

Wien - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) hat sich dafür ausgesprochen, die UNO-Waffeninspektoren im Irak "nicht unter Druck zu setzen". Wie der Bundeskanzler im Ö3-Radio in der Nacht auf Samstag weiter sagte, sollte die Europäische Union in der Irak-Frage "mit einer Stimme sprechen". Im Übrigen müsse man "alles tun", damit der UNO-Sicherheitsrat in dieser Angelegenheit Entscheidungen treffe und "dass sich die UNO-Mitglieder - und dazu gehört auch der Irak - voll an diese Beschlüsse halten".

SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer hatte am Freitag zur österreichischen Haltung zum Irak erklärt, es sei "erschreckend, dass sich die Regierung noch nicht positioniert hat, obwohl das die Kernfrage für die weitere Entwicklung in der Welt ist. Wir müssen Berlin und Paris in ihrer Anti-Kriegshaltung unterstützen. Europa nimmt sich das erste Mal ernst".

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Frankreichs Präsident Jacques Chirac haben am Freitag in getrennten Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Einigkeit gezeigt, dass den UN-Inspektoren mehr Zeit gegeben werden solle. Chirac teilte Putin mit, dass die UN-Inspektoren seiner Ansicht nach selbst bestimmen müssten, wann sie ihre Mission erfüllt haben. Vor der Vorstellung des Berichts von UN-Chefinspektor Hans Blix am Montag im Weltsicherheitsrat hat am Freitag auch der EU- Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik Javier Solana mehr Zeit für die Kontrollore im Irak gefordert.

Keine Teilnahme an Kampfhandlungen

Schüssel betonte weiter, Europa spiele im Irak-Konflikt eine "bedeutendsame Rolle", da derzeit Frankreich den Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat führe und diesen im Februar an Deutschland abgebe. Der Bundeskanzler schloss eine aktive Beteiligung Österreichs an einem Irak-Krieg kategorisch aus: "Wenn es dennoch zu einem Krieg käme - was man vermeiden sollte - wird sich Österreich in keiner Weise an Kampfhandlungen beteiligen, kein Soldat wird an irgend welchen Kampfhandlungen teilnehmen, kein Soldat, der aus Österreich kommt". (APA)