Berlin/Parisr - Nach ihrem Schulterschluss in der Irak-Politik haben der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Frankreichs Präsident Jacques Chirac in getrennten Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ihr weiteres Vorgehen erörtert. Schröder und Putin seien sich einig, dass den UN-Inspektoren "die für die Erfüllung ihres Auftrags zur Entwaffnung des Iraks notwendige Zeit eingeräumt werden sollte", teilte Regierungssprecher Bela Anda in Berlin mit. In dem Telefonat seien beide übereingekommen, dass "alle politischen Möglichkeiten" zur Umsetzung der UN-Resolution 1441 ausgeschöpft werden sollten.

Nach einem Telefongespräch Chiracs mit Putin teilte eine Sprecherin des französischen Präsidenten am Abend in Paris mit, die Positionen Russlands und Frankreichs in der Irak-Frage seien "sehr nahe". Chirac habe Putin mitgeteilt, dass die UN-Inspektoren seiner Ansicht nach selbst bestimmen müssten, wann sie ihre Mission erfüllt haben. Bei der Entscheidung über das weitere Vorgehen gegen die irakische Regierung könne "man nicht so tun, als ob die Inspektoren nicht schon längst bei der Arbeit wären", zitierte die Sprecherin den Präsidenten. Putin habe Chirac über seine Unterredung mit US-Präsident George W. Bush am Donnerstag unterrichtet. Frankreich und Russland sind ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats, wo am Montag ein erster umfassender Bericht der UN-Inspektoren vorgelegt werden soll.

Die UN-Rüstungsinspektoren wollen nach Angaben des Iraks mit drei weiteren Wissenschaftlern des Landes persönliche Gespräche führen. (APA/AFP/AP)