Neu-Delhi - Durch die "schamlose Verfälschung des Antiterrorkampfes" sei eine "Kriegssituation" geschaffen worden, erklärte der iranische Präsident Mohammad Khatami am Samstag nach Gesprächen mit dem indischen Premierminister Atal Behari Vajpayee in Neu-Delhi. Ohne die USA beim Namen zu nennen, sprach Khatami von einem "Missbrauch" der allgemeinen Angst vor dem Terrorismus auf der Welt. Dieser Missbrauch trage die Schuld an der gegenwärtigen "Kriegssituation". Zugleich drückte er die Hoffnung aus, "dass es keinen Krieg gegen den Irak geben wird".

Außenminister Kamal Kharrazi, der Khatami nach Indien begleitet hat, unterstrich, dass den europäischen Mächten in dieser Situation "eine sehr wichtige Rolle" zukomme. Kharrazi hatte am Mittwoch in Brüssel erklärt, sein Land werde einen von außen erzwungenen Machtwechsel im Nachbarland Irak nicht akzeptieren. Khatami hatte seinerseits bei einer Zusammenkunft mit dem syrischen Außenminister Faruk Sharaa in Teheran betont, der Irak dürfe nicht zum "Instrument einer fremden Macht" werden. "Ob es Krieg gibt oder nicht, es darf auf keinen Fall zugelassen werden, dass der Irak zum Instrument einer Politik gemacht wird, die gegen die Interessen des irakischen Volkes und der anderen Völker der Region gerichtet ist", hatte der iranische Staatschef erklärt. (APA/AFP)