Während der Kampf der Unterhaltungs-Industrie mit Filesharing-Services kein Ende findet, scheint die Porno-Industrie einen Weg gefunden zu haben, die Tauschbörsen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Neue Software

Die Firma Exploit Systems hat dem Magazin Wired zu folge eine Software entwickelt, die die Suchmaschinen wie Kazaa, Limewire, Gnutella und Co. beeinflusst. Dank dieser Software sollen legale Versionen von Bildern, Filmen oder Musik bei den Tauschbörsen Überhand nehmen. Als Suchergebnisse sollen schließlich die UserInnen mehr legale Versionen der verschiedenen Files als Raubkopien vorfinden.

Zahlen

Für die Verwendung dieser legalen Produkte muss dann allerdings gezahlt werden. Statt der Bezahlung könnte sich der Exploit-Systems-Chef Scott Hunter auch vorstellen, dass die UserInnen persönliche Daten freigeben, die dann für Marketingzwecke weiterverwendet werden können.

"Wenn Du sie nicht besiegen kannst, schließ Dich Ihnen an"

Hunters Motto ist dabei "Wenn Du sie nicht besiegen kannst, schließ Dich Ihnen an." Seine Rechnung scheint einfach: Es gibt etwa 150 Millionen UserInnen, wenn davon 15 Prozent bereit sind, für Content auch zu zahlen, macht das immerhin 20 Millionen Kunden.

Gail Harris, CEO von FalconFoto, sieht das ähnlich. "Wir geben einige (pornografische) Bilder frei, ist die Userschaft interessiert, bieten wir ein Archiv mit hunderttausenden Fotos, für diese muss allerdings bezahlt werden", betont er.

Neue Wege

FalconFoto arbeitet mit der Fima Playa Solutions zusammen. Diese verspricht Content so zu "verpacken", dass der Besitzer des Inhalts die Regeln zu dessen Verwendung bestimmen kann. Dem Gründer Firma Jason Tucker zu folge könnte auch die Musikindustrie diese Technologie einsetzen. Zum Beispiel könnte eine Musiklabel den neuesten Britnes Spears Clip vor seinem Release-Datum in den Umlauf bringen und dann aber diejenigen, die sich den Song anhören möchten, dazu zwingen, die offizielle Website zu besuchen. Dort hätten sie dann die Möglichkeit, das Album legal zu erstehen.

Die Musikindustrie hat sich offiziell zu dem Verfahren nicht geäußert.

Hunter sieht das Problem der Raubkopien jedenfalls folgendermaßen: Die UserInnen zahlen nicht, weil sie es bisher nie mussten. Dieses Chaos möchte er allerdings ändern.(red)