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apa/dpa/nietfeld

Ostende - Schweröl aus dem gesunkenen Autofrachter "Tricolor" hat nach Angaben von Naturschützern ein Vogelsterben im Ärmelkanal ausgelöst. Hunderte Seevögel würden im Auffangzentrum von Ostende bereits behandelt. Für die meisten Tiere komme aber jede Hilfe zu spät.

"Neunzig Prozent der Vögel sterben auf dem Meer", sagte der Präsident des flämischen Vogelschutzbundes, Jan Rodts, am Samstag. Unterdessen haben die belgischen Behörden zwei Schiffe und ein Flugzeug zur Bekämpfung der Ölpest entsandt.

Gerammt

Bei Vorbereitungen für die Bergung der "Tricolor" hatte ein Schlepper das Wrack am Mittwoch gerammt. Danach strömten nach Behördenangaben rund zehn Tonnen Schweröl aus einem Tank des Schiffes. Die Besatzung eines Flugzeugs der belgischen Armee machte am Samstag einen Ölteppich von vier Kilometern Länge und 150 Metern Breite vor der belgischen Küste aus. Zwei Schiffe sollten die Verschmutzung bekämpfen. Fachleute befürchteten, die Ölteppiche könnten am Sonntag die belgischen und französischen Strände erreichen.

Verteidigungsminister Andre Flahaut versetzte 120 Soldaten in Alarmbereitschaft, um die Strände von möglichen Verschmutzungen zu reinigen. Dort wurden nach Angaben der Vogelschützer vor allem Trottellummen angespült, die in großer Zahl an der belgischen Küste überwinterten. "Im Auffangzentrum von Ostende werden ständig Vögel eingeliefert, die vom Kopf bis zu den Krallen mit Schweröl verschmiert sind", sagte Rodts. Das Öl hebe die isolierende Wirkung des Federkleids auf, weshalb die meisten Tiere im Wasser untergingen oder an Unterkühlung stürben. Andere Vögel vergifteten sich.

Die norwegische "Tricolor" war am 14. Dezember mit 2.862 Neuwagen an Bord nach dem Zusammenstoß mit dem Containerfrachter "Kariba" im viel befahrenen Ärmelkanal rund 30 Kilometer vor Dünkirchen gesunken. Zwei Mal rammten seither andere Schiffe das Wrack, das bei Ebbe knapp über die Wasseroberfläche hinaus ragt. (APA/dpa)