Wien - Am kommenden Donnerstag unterzeichnen das "Jüdische Museum Prag", die "Zentrale staatliche Archivverwaltung der Tschechischen Republik" und das "Institut für Geschichte der Juden in Österreich" ein Abkommen. Daraus soll eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern im Bereich Geschichte der Juden in Mitteleuropa entstehen. Gleichzeitig werden am Donnerstag die gemeinsamen Projekte "Bohemia, Moravia, Silesia Judaica" und "Austria Judaica" präsentiert.

Bisherige Forschungen zur Geschichte der Juden in der Zeit der Renaissance und des Barock zeigten etwa die führende Stellung der Prager jüdischen Gemeinde unter den europäischen Gemeinden. An der jüdischen Gemeinde war der böhmische und mährische Adel besonders interessiert, weil Juden für eine reibungslose Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte gesorgt und weil sie wichtige Produkte, wie Branntwein und Hefe, entwickelt und erzeugt hatten. Zwischen polnischen, tschechischen und österreichischen jüdischen Gelehrten gab es damals einen lebhaften Austausch. Die vorherrschende Stellung vieler Juden wurde von Christen mit Argwohn beobachtet. Dieses Misstrauen mündete in Vertreibungsplänen, die 1669/70 in Wien und Niederösterreich verwirklicht wurden.(APA)

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