Bild nicht mehr verfügbar.

Anja Pärson

Foto: Reuters/Balogh

Marburg - Die Schwedin Anja Pärson hat am Sonntag ihren dritten Sieg in Serie im alpinen Ski-Weltcup gefeiert. Die 21-jährige Weltmeisterin von St. Anton, die bereits am Vortag im Riesentorlauf triumphiert hatte, siegte im Slalom von Marburg 0,18 Sekunden vor der durch eine Darmgrippe gehandicapten Kroatin Janica Kostelic, die sich mit Rang zwei vorzeitig die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Slalom-Wertung sicherte. Dritte und damit beste ÖSV-Dame wurde die 19-jährige Tirolerin Nicole Hosp, die bereits am Samstag als Zweite auf dem Podest gestanden war.

Hosp wieder am Podest

"Derzeit geht alles von alleine, obwohl ich im zweiten Lauf zu Beginn etwas wackelig und schon beinahe draußen war. Schon wieder auf dem Stockerl - das ist einfach super", freute sich die ÖSV-Senkrechtstarterin, die am Sonntag mit ihrer Verbesserung von Rang sechs auf drei bereits zum fünften Mal in ihrer erster Weltcup-Saison den Sprung aufs Podest schaffte. "Ich verspüre auch überhaupt keinen Druck, denn ich habe heuer schon viel mehr erreicht als erwartet. Alles, was jetzt noch kommt, ist eine Draufgabe, aber natürlich würde ich gerne eine WM-Medaille gewinnen."

Schild mit Bestzeit in Lauf zwei

Die Salzburgerin Marlies Schild, nach dem ersten Durchgang Neunte, wurde mit Laufbestzeit im Finale nur 4/100 Sekunden hinter Hosp Vierte. "Es freut mich natürlich, dass ich trotz meiner Knieprobleme wieder ans Stockerl herangeschnuppert habe. Jetzt weiß ich, dass ich wieder ganz vorne reinfahren kann. Das stimmt mich für die WM sehr zuversichtlich. Die paar Hundertstel, die auf Platz drei gefehlt haben, sind mir egal", erklärte die 21-Jährige, die vermutlich wegen eines Knorpelschadens nicht alles geben kann. Erst nach der Saison wird sie sich einer genauen Untersuchung und einer etwaigen Operation unterziehen.

Damen-Slalomteam für WM steht

Trotzdem wird Schild gemeinsam mit Hosp, Sabine Egger, die am Sonntag wegen arger Rückenschmerzen nicht über Rang 28 hinauskam, und Elisabeth Görgl, die wegen eines Riesenfehlers als 43. die Qualifikation für die Marburg-Entscheidung verpasste hatte, das ÖSV-Slalom-Team bei der WM in St. Moritz (2.-16.2.) bilden. Denn neben Hosp (zwei Mal Dritte) haben heuer auch Görgl (Zweite in Bormio), Schild (Dritte in Aspen) und Egger (Dritte in Park City) Stockerlplatzierungen im Torlauf geschafft. Egger macht aber den WM-Start von der Entwicklung ihrer Rückenprobleme abhängig. "Ich fahre nur, wenn ich fit bin", betonte die Kärntnerin, die sich vor der WM noch eine Pause gönnen will. Im WM-Team, das am Mittwoch offiziell nominiert wird, scheint sie jedoch auf jeden Fall einmal auf.

Trainer sehr zufrieden

ÖSV-Slalom-Trainer Bernd Brunner war mit dem mannschaftlich starken Abschneiden seiner Mädels in Marburg "sehr zufrieden". Mit Kombi-Spezialistin Christine Sponring (12./"Ich bin sehr zufrieden, denn ich bin heute mit der Handbremse gefahren, um endlich einmal wieder durchzukommen"), Karin Truppe (15.), Michaela Kirchgasser (23.) und Carina Raich (24.) holten neben Hosp, Schild und Egger noch vier weitere Österreicherinnen Weltcup-Punkte.

Pärson feierte den Hattrick

Pärson, die im Vorjahr innerhalb von 24 Stunden schon beide Slaloms in Slowenien gewonnen hatte, gelang es als erster Läuferin der Geschichte im selben Jahr in zwei verschiedenen Disziplinen in Marburg zu triumphieren. Nach dem Sieg vor einer Woche im Riesentorlauf in Cortina komplettierte die Olympia-Dritte im Slalom damit den Hattrick und feierte ihren insgesamt zehnten Weltcup-Erfolg, den achten im Slalom und bereits fünften in dieser Saison (drei Slalom- und zwei RTL-Siege).

Kostelic holte sich kleine Kristallkugel

Damit beendete die Skandinavierin auch die Slalom-Serie von Kostelic, die zuletzt drei Mal in Folge triumphiert hatte. Doch die Kroatin, die im Gesamtweltcup bereits 552 Punkte vor der zweitplatzierten Südtirolerin Karen Putzer liegt, war auch mit Platz zwei an diesem Tag restlos glücklich, hatte sie doch in der Pause zwischen den beiden Durchgängen wegen ihrer schlimmen Magen-Darm-Infektion eine Infusion erhalten. Kurzfristig hatte sie sogar einen Startverzicht in der Entscheidung der besten 30 erwägt. Am Ende durfte sie sich dann aber doch über den vorzeitigen Triumph im Slalom-Weltcup freuen. Mit 232 Punkten Vorsprung kann die 21-jährige Olympiasiegerin von Pärson in den letzten beiden Torläufen der Saison nicht mehr abgefangen werden.

Unsportliche Anhänger

Für Negativschlagzeilen sorgten auch heuer die Kostelic-Fans. Nach den schweren Krawallen des Vorjahrs bewarfen diesmal kroatische Rowdys die im Skilift sitzenden Konkurrentinnen mit durch Steine gespickte Schneebälle. Erst als Janicas Vater Ante Kostelic einschritt, beruhigten sich die Anhänger ein wenig. Als Pärson dann als Letzte auf die Strecke ging, versuchten die "Ski-Hooligans" mit Buh-Rufen u.a. unsportlichen Einlagen, die Schwedin zu behindern. Doch die Marburg-Spezialistin ließ sich auch dadurch im letzten Rennen vor der WM nicht stoppen. (APA)

1. Durchgang des Damen-Slaloms in Marburg:

  1. Anja Pärson (SWE)           1:38,98 Minuten 
  2. Janica Kostelic (CRO)       1:39,16 + 0,18  
  3. Nicole Hosp (AUT)           1:39,32 + 0,34  
  4. Marlies Schild (AUT)        1:39,36 + 0,38  
  5. Christel Pascal (FRA)       1:39,62 + 0,64  
   . Laure Pequegnot (FRA)       1:39,62 + 0,64  
  7. Kristina Koznick (USA)      1:39,79 + 0,81  
  8. Tanja Poutiainen (FIN)      1:40,07 + 1,09  
  9. Corina Grünenfelder (SUI)   1:40,34 + 1,36  
 10. Trine Rognmo-Bakke (NOR)    1:40,59 + 1,61  
 11. Susanne Ekman (SWE)         1:40,85 + 1,87  
 12. Christine Sponring (AUT)    1:41,05 + 2,07 
   . Hedda Berntsen (NOR)        1:41,05 + 2,07  
 14. Claudia Riegler (NZL)       1:41,19 + 2,21  
 15. Anna Ottosson (SWE)         1:41,24 + 2,26  
   . Karin Truppe (AUT)          1:41,24 + 2,26  
 17. Maria Riesch (GER)          1:41,48 + 2,50  
 18. Annalisa Ceresa (ITA)       1:41,50 + 2,52  
 19. Sarka Zahrobska (CZE)       1:41,51 + 2,53  
 20. Manuela Moelgg (ITA)        1:41,74 + 2,76  
  
 21. Martina Ertl (GER)          1:41,75 + 2,77
 22. Monika Bergmann (GER)       1:41,84 + 2,86  
 23. Michaela Kirchgasser (AUT)  1:41,88 + 2,90  
 24. Carina Raich (AUT)          1:41,89 + 2,91  
 25. Denise Karbon (ITA)         1:42,20 + 3,22  
 26. Lisa Bremseth (NOR)         1:42,43 + 3,45  
 27. Spela Pretnar (SLO)         1:42,82 + 3,84  
 28. Sabine Egger (AUT)          1:43,02 + 4,04  
 29. Nicole Gius (ITA)           1:43,39 + 4,41